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Christoph Bauer

DUMONT Der Vorstandschef der Kölner Mediengruppe feilt am derzeit kniffligsten Deal der Zeitungsbranche.

PA­PIER­STAU Vor­stands­chef Chris­toph Bau­er soll sechs Ta­ges­zei­tun­gen für die Ver­le­ger­fa­mi­lie Du­Mont ver­kau­fen. Das dau­ert län­ger als ge­dacht und zehrt an den Kräf­ten.

Alf­red Ne­ven Du­Mont hat­te es gut ge­meint, als er sei­nem neu­en CEO zum An­tritt im Ok­to­ber 2013 ei­nen Audi A7 als Dienst­wa­gen be­stell­te. Aber Chris­toph Bau­er (48) war klar: Wenn Re­gio­nal­ver­la­gen wie der Du­Mont Me­di­en­grup­pe in Köln ("Stadt-An­zei­ger“, „Ex­press“, „Ber­li­ner Zei­tung") Auf­la­gen und An­zei­gen­er­lö­se schnel­ler weg­bre­chen, als sie Pa­pier be­dru­cken kön­nen, ist eine Lu­xus­li­mou­si­ne das fal­sche Si­gnal. Bau­er or­der­te ei­nen A3.

Schließ­lich war die Fir­ma, die er nun führ­te, auch viel klei­ner, als sie aus­sah. Ver­le­ger­le­gen­de „Sir Al­fred“ (1927 – 2015) hat­te mit Zu­käu­fen in Ber­lin und Frank­furt 350 Mil­lio­nen Euro ver­spielt und so die Re­ser­ven auf­ge­zehrt. Die Struk­tu­ren im Ver­lags­haus wa­ren by­zan­ti­nisch. Nicht ein­mal eine be­last­ba­re Um­satz­zahl konn­ten die Fi­nan­zer lie­fern. Die IT be­stell­te Er­satz­tei­le bei EBay, weil es sie an­ders­wo nicht mehr gab. Im ers­ten Jahr un­ter Bau­er soll Du­Mont drei­mal knapp an ei­ner In­sol­venz vor­bei­ge­schrammt sein.

Der Mann aus der Nähe von Hei­del­berg hät­te es leich­ter ha­ben kön­nen. Über Ber­tels­mann und Rin­gier war er auf den Chef­pos­ten beim Fa­mi­li­en­ver­lag AZ Me­di­en (Um­satz: 216 Mil­lio­nen Euro) in der Schweiz ge­langt. Die­sen bau­te er so be­herzt um, dass ihm das 2012 im Al­pen­land den Ti­tel „Me­di­en­ma­na­ger des Jah­res“ ein­trug. Auch die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung“ oder die Süd­west­deut­sche Me­di­en­hol­ding (SWMH), Mehr­heits­eig­ne­rin der „Süd­deut­schen Zei­tung“, hät­ten ihn da­nach gern ver­pflich­tet.

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