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Der Dunkelmann

METRO Undurchsichtig und unsolide – mit seinem ersten Angriff auf die deutsche Handelsikone ist Daniel Křetínský gescheitert. Dabei haben ihn windige Geschäfte überhaupt erst zum Milliardär gemacht. Sein zweiter Schlag gegen den Konzern ist bereits in Vorbereitung.

ZAH­LEN­ZAU­BE­RER Kře­tíns­ký hat aus sehr we­nig Geld sehr viel ge­macht. Das­sel­be ver­sucht er bei Me­tro.

Die Nach­richt er­reicht Olaf Koch (49) auf der Au­to­bahn. Es ist Frei­tag­abend, der 21. Juni, der Me­tro-Chef sitzt in sei­nem Dienst­wa­gen und fährt Rich­tung Stutt­gart zu sei­ner Fa­mi­lie, als das Te­le­fon klin­gelt. Am an­de­ren Ende der Lei­tung: Da­ni­el Kře­tíns­ký (44), tsche­chi­scher Mul­ti­mil­li­ar­där, der die Me­tro schon seit ei­nem Jahr vor sich her­treibt. Im Som­mer 2018 hat­te der In­ves­tor, auf­ge­stie­gen durch ne­bu­lö­se En­er­gie­ge­schäf­te, zu­sam­men mit sei­nem lang­jäh­ri­gen Ge­schäfts­part­ner Pa­trik Tkáč (46) Ak­ti­en des deut­schen Groß­händ­lers ge­kauft. Er wer­de ein frei­wil­li­ges Über­nah­me­an­ge­bot auf die Me­tro ab­ge­ben, er­öff­net Kře­tíns­ký nun Koch im tsche­chisch ein­ge­färb­ten Eng­lisch.

Dann legt er auf. Nur we­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter, nach Bör­sen­schluss, geht die Nach­richt raus: Sei­ne Fir­ma, die EP Glo­bal Com­mer­ce (EPGC), wer­de den Ak­tio­nä­ren 16 Euro pro Stamm­ak­tie und 13,80 Euro für jede Vor­zugs­ak­tie bie­ten. Bis zum 7. Au­gust will Kře­tíns­ký 67,5 Pro­zent der Ak­ti­en ein­sam­meln.

Es soll­te ei­ner der spek­ta­ku­lärs­ten Über­nah­me­ver­su­che der ver­gan­ge­nen Jah­re wer­den. Kře­tíns­ký trat an, um ein deut­sches Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men zu be­herr­schen und von der Bör­se zu neh­men. Mit 5,8 Mil­li­ar­den Euro wäre es der bis dato größ­te Deal für den Tsche­chen ge­we­sen. Doch An­fang Au­gust schei­ter­te Kře­tíns­ký, weil er nicht ge­nug An­tei­le zu­sam­men­be­kam. Vor­erst.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2019.