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VERPASSTE CHANCEN

SANOFI Lange haben die Reste der deutschen Traditionsadresse Hoechst den französischen Konzern getragen. Inzwischen zeigen sich die negativen Folgen des Übernahmewahns in der Pharmaindustrie.

DEUT­SCHES DENK­MAL Einst der größ­te Che­mie- und Phar­ma­kon­zern der Re­pu­blik, wur­de Hoechst in den spä­ten 90er Jah­ren zum Op­fer der Share­hol­der-Va­lue-Dok­trin

Für Oli­vier Bran­di­court (63) kam das An­ge­bot, zur Num­mer eins des fran­zö­si­schen Phar­ma­gi­gan­ten Sa­no­fi auf­zu­stei­gen, zu ei­nem güns­ti­gen Zeit­punkt. An­fang 2015 stand der Ar­beit­ge­ber des Fran­zo­sen, der Che­mie- und Phar­ma­kon­zern Bay­er, so gut da wie seit­dem nie mehr. Kei­ne Dax-Adres­se war zu die­sem Zeit­punkt wert­vol­ler, und der Mann, den die Le­ver­ku­se­ner im Spät­som­mer 2013 vom US-Kon­kur­ren­ten Pfi­zer ab­ge­wor­ben hat­ten, ver­kör­per­te als Chef der Phar­ma­spar­te die Er­folgs­ge­schich­te.

Die heu­ti­gen Bay­er-Best­sel­ler, das Schlag­an­fall­me­di­ka­ment Xar­el­to und das Au­gen­mit­tel Ey­lea, be­gan­nen un­ter der Ägide des Ma­na­gers, der Tro­pen­me­di­zin stu­diert hat­te, ge­ra­de ihr Po­ten­zi­al zu ent­fal­ten. Mut und Ehr­geiz schien Bran­di­court in sei­ner knap­pen Amts­zeit auch nach­ge­wie­sen zu ha­ben: Kurz nach sei­nem Start bei Bay­er hat­te er dem US-Gi­gan­ten Merck des­sen Ge­schäft für re­zept­freie Mar­ken­me­di­ka­men­te ab­ge­kauft – für 14 Mil­li­ar­den Dol­lar und nach ei­ner ve­ri­ta­blen Bie­ter­schlacht.

Sei­nen ei­ge­nen Markt­wert je­den­falls hat­te er da­mit ge­stei­gert: Mehr als vier Mil­lio­nen Euro Wech­sel­prä­mie muss­te Sa­no­fi-Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Ser­ge Wein­berg (68) Bran­di­court da­mals zah­len, da­mit der über­haupt in die Kon­zern­zen­tra­le nach Pa­ris über­lief.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2019.