TRENDS

PLASTIK­PANIK

UMWELTSCHUTZ Das Image des Kunststoffs liegt in Trümmern, das Geschäftsmodell von Chemie- und Konsumgüterkonzernen ist bedroht. Die wehren sich mit allen Mitteln.

KUNSTSTOFFKOSMOS Mehr als die Hälfte der seit 1950 produzierten Kunststoffmenge verschmutzt noch heute unseren Planeten. Die Fotokünstlerin Mandy Barker hat Plastik aus dem Ozean arrangiert.

Futu­ris­tisch wei­ßes Am­bi­en­te, blaue Prä­sen­ta­ti­ons­leuch­ten, Ro­sen­duft. So cle­an wie im Show­room auf dem Werks­ge­län­de in Düs­sel­dorf in­sze­niert sich Hen­kel gern vor sei­nen Kun­den. Hier zeigt der Kon­sum­gü­ter­her­stel­ler, wie sei­ne Glas­rei­ni­ger, Weich­spü­ler und Sham­poos in Zu­kunft ver­packt sein sol­len: öko­lo­gisch un­be­denk­lich näm­lich – Hen­kel will hel­fen, den Plas­tik­müll zu re­du­zie­ren. Die Ge­gen­wart hält viel Un­rat be­reit: Im ver­gan­ge­nen Jahr ver­brauch­te Hen­kel die gi­gan­ti­sche Men­ge von knapp 400.000 Ton­nen Plas­tik.

„Kunst­stoff darf nicht län­ger als Ab­fall in die Um­welt ge­lan­gen“, pos­tu­liert Vor­stands­chef Hans Van By­len (58). „Da wol­len wir Vor­rei­ter sein.“ Sein heh­res Ziel: Ab 2025 soll Hen­kel nur noch voll­stän­dig re­cy­cel­ba­re Ver­pa­ckun­gen nut­zen, die zu­dem min­des­tens 35 Pro­zent wie­der­ver­wen­de­tes Ma­te­ri­al ent­hal­ten. Ei­ni­ge we­ni­ge Vor­zei­ge­ob­jek­te sind be­reits auf dem Markt, Pril-Fla­schen ganz aus Alt­plas­tik etwa oder Fa-Dusch­gel mit knapp ei­nem Drit­tel Re­zy­klat in der Hül­le.

In den kom­men­den fünf Jah­ren sol­len Van By­lens For­scher wei­te­re nach­hal­ti­ge Tu­ben, Do­sen und Beu­tel ent­wi­ckeln (sie­he Gra­fik „Am­bi­tio­nier­te Agen­da"). „Wir wol­len eine Kreis­lauf­wirt­schaft für Plas­tik vor­an­trei­ben“, ver­spricht er.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2019.