MAGISCHES VIERECK

Keine Delle, ein Bruch

Die schwächelnde Konjunktur ist nur ein Symptom: Deutschland braucht rasch ein paar Revolutionen.
Von Henrik Müller

Das Wör­ter­buch der öko­no­mi­schen Softspra­che ver­fügt über ein um­fang­rei­ches Re­per­toire an Ver­schleie­rungs­for­meln: „Del­le“, „Wachs­tums­pau­se“, „Kor­rek­tur“, „Frei­set­zung“. In die­sen Ta­gen sind sie wie­der zu hö­ren. Wir hät­ten es al­len­falls mit ei­ner „tech­ni­schen“ Re­zes­si­on zu tun. Über­haupt: Nächs­tes Jahr wer­de al­les schon wie­der bes­ser, so die Pro­gno­sen.

Der sehr lan­ge Auf­schwung hat ein un­er­schüt­ter­li­ches Ver­trau­en in die hei­mi­sche Schaf­fens­kraft ge­stif­tet. Die Bür­ger den­ken kaum noch an die Wirt­schaft, wenn sie zu Pro­ble­men des Lan­des be­fragt wer­den (sie­he Gra­fik „Un­be­sorgt"). Und die Po­li­tik kon­zen­triert sich auf Ver­tei­lungs­fra­gen. Eine trü­ge­ri­sche Selbst­ge­wiss­heit hat das Land er­fasst.

Da­bei steckt Deutsch­land mit­ten in ei­nem Pa­ra­dig­men­wech­sel. Wir ha­ben es nicht nur mit ei­ner tem­po­rä­ren Nach­fra­ge­schwä­che zu tun. Die­ser Ab­schwung fin­det statt im Kon­text fun­da­men­ta­ler welt­po­li­ti­scher, tech­no­lo­gi­scher und so­zia­ler Ver­schie­bun­gen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2019.