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BULLDOZER AUF SCHLEICH­FAHRT

PORTRÄT Frank Werneke löst Ende September den ewigen Frank Bsirske an der Spitze von Verdi ab. Unter ihm soll die Gewerkschaft wie eine schlanke Firma funktionieren und wieder schlagkräftiger werden. Dabei ist der Mann selbst alles andere als ein Polterer.
Von Dietmar Student

DER KLEI­NE FRANK ... Wer­ne­ke taucht gern, „al­ler­dings nur im Ur­laub“. Typ: Herr Un­auf­fäl­lig. Sein Prä: Er ist kein Top-down-Mann, kommt aus der Ar­bei­ter­klas­se und will im Team füh­ren.

Er kennt die­se ewig lan­gen Näch­te, wenn sie mit ho­hem Ad­re­na­lin­spie­gel bis zum Mor­gen­grau­en um Lohn­pro­zen­te und Ar­beits­zei­ten rin­gen. Nicht, dass er der­lei be­son­ders mag. Aber Frank Wer­ne­ke (52) hält durch, bes­ser als vie­le an­de­re.

So auch am 3. Mai in Frank­furt, im ab­seits ge­le­ge­nen „Re­la­xa-Ho­tel“, des­sen Name sprach­lich in die Irre führt. Wer­ne­ke zeigt es in die­ser Nacht noch ein­mal al­len. Hin und her geht es. Erst ge­gen fünf Uhr mor­gens, als nach rund 16 tei­gi­gen Ver­hand­lungs­stun­den schon die Staub­sau­ger des Rei­ni­gungs­per­so­nals sum­men, ei­ni­gen sich die Ar­beit­ge­ber der Druck­in­dus­trie mit der von ihm an­ge­führ­ten Ver­di-Trup­pe auf ei­nen Ta­rif­ab­schluss.

Nach sie­ben­ein­halb Mo­na­ten un­er­bitt­li­chen Ar­beits­kampfs hat Wer­ne­ke ei­nen Deal, den Ge­werk­schafts­se­ni­or Det­lef Hen­sche (80) spä­ter als „Bra­vour­stück“ lobt: Der zu­vor von den Ar­beit­ge­bern ge­kün­dig­te Man­tel­ta­rif­ver­trag ist wie­der in Kraft.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2019.