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ZASTERFAHNDUNG

STEUERN Die Finanzbehörden haben aufgerüstet. Eine neue Software schlägt bei Anzeichen von Betrug Alarm. Die Luft für Betrüger wird immer dünner.

Als die jun­ge Fi­nanz­be­am­tin die Steu­er­er­klä­rung an­klickt, geht es blitz­schnell: In Se­kun­den­bruch­tei­len er­scheint auf ih­rem Flach­bild­schirm eine Lis­te mit acht Warn­hin­wei­sen. Hand­wer­ker­kos­ten von 3000 Euro? Un­ge­wöhn­lich hoch. 50 Ki­lo­me­ter ins Büro? Wo­mög­lich groß­zü­gig auf­ge­run­det. Statt­li­che Aus­ga­ben für „Ar­beits­mit­tel“? Oh­ne­hin ein be­lieb­ter Steu­er­trick.

Vor nicht all­zu lan­ger Zeit hät­te die Mit­ar­bei­te­rin des Fi­nanz­amts Wup­per­tal-El­ber­feld sich Zei­le für Zei­le durch die For­mu­la­re quä­len müs­sen, um Ver­däch­ti­ge zu fin­den; heu­te er­le­digt das die Soft­ware. Die Be­am­tin hat des­halb deut­lich mehr Zeit, den Ver­dachts­mo­men­ten nach­zu­ge­hen, die ihr die Soft­ware lie­fert – zum Bei­spiel in­dem sie die Ki­lo­me­ter­an­ga­be per Rou­ten­pla­ner über­prüft, Be­le­ge an­for­dert und in al­ten Er­klä­run­gen forscht.

Mehr De­tek­tiv­ar­beit, we­ni­ger Be­am­ten­rou­ti­ne: In Deutsch­lands Fi­nanz­äm­tern voll­zieht sich ge­ra­de ein ge­wal­ti­ger Um­bruch. Die al­ten Amts­stu­ben ver­wan­deln sich peu à peu in eine Ar­ma­da schlag­kräf­ti­ger Fahn­dungs­zen­tra­len ge­gen Steu­er­sün­der. Der Kern des Mega-pro­jekts ist eine Soft­ware na­mens „Ri­si­ko­ma­nage­ment­sys­tem Ver­an­la­gung 2.0“. Schon bald soll sie die Hälf­te der Steu­er­er­klä­run­gen al­lein prü­fen, auch mit­hil­fe künst­li­cher In­tel­li­genz.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2019.