LEBEN

GOLD IST NICHT GENUG

UHREN Die Hersteller hassen sie, doch die Zahl der Fans wächst: Kleine Ideenstudios tunen Uhrenklassiker und werten sie zu Unikaten auf.

KON­TROLL­FREAK Bei Bla­ken im Sau­er­land kon­trol­liert der Mann für die Qua­li­täts­si­che­rung nach je­dem Ar­beits­schritt die Ein­zel­tei­le ei­ner Uhr.

Im Ita­li­en-Ur­laub auf der Son­nen­lie­ge. Man surft im Netz und ent­deckt Uh­re­ni­ko­nen. Sie se­hen an­ders aus als üb­lich, ir­gend­wie läs­si­ger und ein biss­chen kess. Aber es sind kei­ne Fäl­schun­gen, son­dern um­fri­sier­te Ver­sio­nen klas­si­scher Mo­del­le. Man lei­tet die Fo­tos an Freun­de wei­ter, prompt kom­men in ei­ner Wo­che sie­ben Be­stel­lun­gen rein. Ein lu­kra­ti­ver Ur­laubs­job, pu­rer Zu­fall. Den hat­te Alex­an­der Kling­beil vor drei Jah­ren.

Heu­te ist der 41-Jäh­ri­ge Ge­schäfts­füh­rer und An­teils­eig­ner bei Bla­ken, also ge­nau dem No­bel­ver­ed­ler im Sau­er­land, der ihn da­mals vom Ur­laub ab­hielt. Fünf re­nom­mier­te Uh­ren­tu­ner exis­tie­ren welt­weit, In­si­der mei­nen, das Ate­lier in Men­den am Ein­gang zum Ruhr­ge­biet sei qua­li­ta­tiv das bes­te. Es per­so­na­li­siert und ge­stal­tet auf Kun­den­wunsch die Pre­zio­sen um. Ein mit­un­ter ziem­lich auf­rei­ben­der Job. „Wer das De­sign sei­ner Lu­xus­uhr selbst ge­stal­ten kann, ist emo­tio­nal be­son­ders en­ga­giert“, sagt Kling­beil.

Sehr häu­fig kom­men bei ihm Ro­lex (al­len vor­an die Mo­del­le „Cos­mo­graph Day­to­na“, „GMT Mas­ter II“ und „Sub­ma­ri­ner") zum Face­lif­ting, aber auch Au­de­mars Pi­guet und Pa­tek Phil­ip­pe, ver­ein­zelt Pa­ne­rai, Breit­ling und Ome­ga. Bla­ken tunt sie meist mit schwar­zen Ge­häu­sen, färbt Zif­fer­blät­ter um, ver­leiht bun­te Ak­zen­te und ver­wan­delt so Klas­si­ker in re­bel­li­sche Uni­ka­te. Welt­weit be­gehrt vor al­lem bei Mill­en­ni­als, tä­to­wier­ten Spit­zen­sport­lern und rei­chen Tech-Bros, in­zwi­schen aber ge­nau­so bei mo­der­nen Gen­tle­men mit Vor­stands­rang. Mit­glie­der der Fa­mi­li­en Por­sche und Piëch sind dar­un­ter, Fuß­bal­ler wie Ser­gio Ra­mos und Franck Ri­bé­ry, aber auch der Ber­li­ner Star­koch Tim Raue.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2019.