ACHTEN SIE AUF

Giovanni Liverani

GENERALI Erst reparierte er das Deutschland-Geschäft des Versicherers, jetzt steht er für Höheres parat.

HAR­TER SA­NIE­RER Gio­van­ni Li­ver­a­ni stu­dier­te In­ge­nieur­wis­sen­schaf­ten, fing 1991 in der Ge­ne­ra­li-Zen­tra­le in Tri­est an und ist seit 2015 Deutsch­land-Chef

Grau­er An­zug, fei­nes Hemd, ge­die­ge­ne Kra­wat­te. An den Hand­ge­len­ken azur­blaue Stei­ne, ein­ge­fasst von sil­ber­nen Man­schet­ten­knöp­fen. Mit lei­ser, so­no­rer Stim­me emp­fängt Gio­van­ni Li­ver­a­ni (55) sei­nen Be­su­cher, der Hän­de­druck fällt de­zent aus. Al­les am äu­ße­ren Ein­druck täuscht: Der Mann ent­fal­tet eine über­aus durch­schla­gen­de Wir­kung.

Vor gut vier­ein­halb Jah­ren über­nahm Li­ver­a­ni die deut­sche Zen­tra­le des ita­lie­ni­schen Ver­si­che­rers Ge­ne­ra­li. Seit­her hat er ge­schafft, wor­an drei Ma­na­ger­ge­ne­ra­tio­nen vor ihm ge­schei­tert sind: Er schloss ei­nen lo­sen Ver­bund un­ab­hän­gig ope­rie­ren­der Fir­men zu ei­ner schlag­kräf­ti­gen Ein­heit zu­sam­men. Er stampf­te Tra­di­ti­ons­mar­ken wie die Aa­chen­Mün­che­ner ein, schnitt ins­ge­samt 270 Mil­lio­nen aus dem Kos­ten­ap­pa­rat her­aus, re­du­zier­te die einst­mals 10.000 Köp­fe star­ke Be­leg­schaft um ein Zehn­tel und strich die Zahl der Vor­stän­de von gut drei­ßig (!) auf elf zu­sam­men.

Vor al­lem aber trenn­te er sich von ei­ner Alt­last, die den zweit­größ­ten deut­schen Re­tail­ver­si­che­rer wie Senk­blei nach un­ten zog: rund vier Mil­lio­nen mit ho­hen Zins­ga­ran­ti­en aus­ge­stat­te­te Le­bens­ver­si­che­rungs­po­li­cen. Gut 800 Mil­lio­nen Euro kas­sier­te er da­für von der bri­ti­schen Pri­va­te-Equi­ty-Fir­ma Cin­ven, die den Be­stand in den kom­men­den Jah­ren zu­sam­men mit der Han­no­ver Re über de­ren ge­mein­sa­mes Ve­hi­kel Vi­ri­di­um ab­wi­ckeln wird.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2020.