MARTINA MERZ

Allein unter Memmen

Für Thyssenkrupp geht es um die nackte Existenz. Das Rezept der Chefin: Geradlinigkeit und ein dickes Fell.

ALARM­STU­FE ROT Der Re­por­ter­an­drang war groß, als Merz zu ih­rer ers­ten Bi­lanz­pres­se­kon­fe­renz ein­lud. Die Zah­len pass­ten zur Far­be des Klei­des.

Im neu­en Le­ben von Mar­ti­na Merz ist man­ches noch pro­vi­so­risch. Eine ei­ge­ne Woh­nung etwa, in der die Che­fin des Ruhr­kon­zerns Thys­sen­krupp nach ner­ven­auf­rei­ben­dem Tag­werk mal zur Ruhe kom­men könn­te, gibt es nicht. Ein Ho­tel­zim­mer in Es­sen muss rei­chen.

Seit ih­rem Wech­sel vom Auf­sichts­rats­vor­sitz ins Ope­ra­ti­ve vor bei­na­he drei Mo­na­ten lebt Merz aus dem Kof­fer. So als sei sie auf ewi­ger Dienst­rei­se. Am ers­ten Ad­vent blieb sie so­gar übers Wo­chen­en­de im Ho­tel, statt ins flir­ren­de Pa­ris oder nach Stutt­gart ab­zu­dü­sen, wo sie ei­gent­lich wech­sel­wei­se wohnt und lebt. Merz: „Ich hat­te bis­lang kei­ne Zeit, mir im Ruhr­ge­biet eine Woh­nung zu su­chen.“

Die Fra­ge der Un­ter­brin­gung ist für die bur­schi­kos wir­ken­de 56-jäh­ri­ge Schwä­bin, die sich mal in ker­ni­ger Le­der­ja­cke, mal in ro­tem Kos­tüm und hoch­ha­cki­gen Schu­he ab­lich­ten lässt, al­ler­dings auch eher ne­ben­säch­lich. Es war­ten we­der Mann noch Kin­der. Merz fühlt sich vor al­lem in ih­rer Ar­beit zu Hau­se. Selbst wenn es sich wie bei ih­rer jet­zi­gen Wir­kungs­stät­te um ei­nen aus­ge­spro­che­nen Män­ner­hort han­delt.

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