MAGISCHES VIERECK

Von Feinden umzingelt

Für Protektionismus kann es heute gute Gründe geben. Reine Industrieromantik gehört eindeutig nicht dazu.
Von Henrik Müller

Noch vor we­ni­gen Jah­ren be­stand die Glo­ba­li­sie­rung aus ein­fa­chen Tausch­ge­schäf­ten: dem Ex- und Im­port von Wa­ren. Nach der Lie­fe­rung von Stahl­röh­ren, Au­tos oder ei­nem Tank­schiff voll Öl war das Ge­schäft ab­ge­schlos­sen. Laut der gän­gi­gen Frei­han­dels­theo­rie spe­zia­li­siert sich bei of­fe­nen Gren­zen jede Volks­wirt­schaft auf das, was sie am bes­ten kann. Pro­du­ziert wird, wo die Be­din­gun­gen am güns­tigs­ten sind. Die­se in­ter­na­tio­na­le Ar­beits­tei­lung er­höht die Pro­duk­ti­vi­tät, wäh­rend die Prei­se sin­ken und die Aus­wahl steigt. Pro­tek­tio­nis­mus – also der Schutz hei­mi­scher Pro­du­zen­ten vor aus­län­di­scher Kon­kur­renz – ist in die­sem Sze­na­rio schäd­lich. In­zwi­schen ist die Rea­li­tät lei­der nicht mehr ganz so ein­fach.


ZUM EI­NEN GE­RA­TEN die Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen stär­ker in den Fo­kus. Ar­beits­stan­dards und Men­schen­rech­te spie­len eine Rol­le, ge­ra­de bei Kon­sum­gü­tern, de­ren Ver­brau­cher sich ethi­sche Un­be­denk­lich­keit wün­schen. Auch die Um­welt- und Kli­ma­be­las­tung der Pro­duk­ti­on wird han­dels­po­li­tisch re­le­vant, weil sich rei­che, de­indus­tria­li­sier­te Län­der leicht sau­ber­rech­nen kön­nen, wenn die Pro­duk­ti­on in är­me­re Staa­ten ver­la­gert wird, de­ren wich­tigs­ter Wett­be­werbs­vor­teil la­sche Um­welt­ge­set­ze sind.

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