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WETTEN AUF ZEIT

UHREN So schön handgefertigte Preziosen sein mögen, Sammler, die auf hohe Wertsteigerungen spekulieren, gehen ein großes Risiko ein – wie die spektakuläre Versteigerung von Uhren aus dem Nachlass des deutschen Milliardärs Erivan Haub zeigt.

GRIM­MIG UND GUT François-Paul Journe gilt als ei­ner der bes­ten Uhr­ma­cher sei­ner Ge­ne­ra­ti­on, we­gen Uh­ren wie die­ser mit zwei Wer­ken, die sich ge­gen-sei­tig sta­bi­li­sie­ren (Re­so­nanz). Eine Journe er­ziel­te jüngst 1,6 Mil­lio­nen Euro.

Sothe­by­'s rühr­te kräf­tig die My­then­trom­mel. Das Auk­ti­ons­haus bat zur Ver­stei­ge­rung „ei­ner der be­deu­tends­ten pri­va­ten Uh­ren­samm­lun­gen, die je zu­sam­men­ge­stellt wor­den sind“. Also ström­ten die Ken­ner sel­te­ner Zeit­mes­ser am 11. No­vem­ber im Gen­fer Ho­tel „Man­da­rin Ori­en­tal“ zu­sam­men.

Was Sothe­by­'s ver­schweigt und nur ei­ni­gen Ein­ge­weih­ten be­kannt war: Die 800 Stü­cke, die an vier Or­ten von Juli 2019 (Lon­don) bis Ok­to­ber 2020 (Hong­kong) un­ter dem Ti­tel „Mas­ter­works of Time“ ver­stei­gert wer­den, sind die Kol­lek­ti­on des deut­schen Su­per­markt­mil­li­ar­därs Eri­van Haub (1932–2018, Ten­gel­mann).

Die Auf­lö­sung der gi­gan­ti­schen Samm­lung setzt die Ken­ner un­ter Span­nung wie der Ro­tor ei­ner Au­to­ma­tik­uhr de­ren Zug­fe­der. Pünkt­lich um 18 Uhr sa­ßen die Be­ra­ter der gro­ßen Samm­ler auf ih­ren Stüh­len, dar­un­ter Händ­ler Mi­cha­el Tay aus Sin­ga­pur, der ehe­ma­li­ge Auk­ti­ons­haus­be­sit­zer Hel­mut Crott und Pe­ter Friess, Di­rek­tor des Pa­tek Phil­ip­pe Mu­se­ums.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2020.