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Die Raubuhr des Erivan Haub

GESTOHLENE KUNST Das angekündigte Prunkstück der Sammlung musste Sotheby's aus der Auktion nehmen.

GE­SUCH­TES KUL­TUR­GUT Eri­van Haub be­hielt die „wich­tigs­te Uhr von A. Lan­ge & Söh­ne“ (so 2019 die Pres­se­mit­tei­lung zur ge­plan­ten Auk­ti­on bei Sothe­by­'s), ob­wohl sie seit 2001 of­fi­zi­ell als ver­lo­ren ge­mel­det war

Daryn Schnip­per hat schon vie­le der teu­ers­ten Uh­ren der Welt ver­kauft. Die New Yor­ke­rin ar­bei­tet seit 39 Jah­ren in der für Zeit­mes­ser zu­stän­di­gen Ab­tei­lung des Auk­ti­ons­hau­ses Sothe­by­'s. Doch als sie im April ihre No­vem­ber-Auk­ti­on in Genf an­kün­dig­te, ge­riet so­gar sie ins Schwär­men über „die wich­tigs­te Uhr von A. Lan­ge & Söh­ne (...). Sie in der Hand zu hal­ten über­steigt al­les, was Sie je über sie ge­le­sen ha­ben“, dich­te­te Schnip­per in der Pres­se­mit­tei­lung. Der Schätz­preis für das 1900 zur Pa­ri­ser Welt­aus­stel­lung ent­wor­fe­ne Uni­kat: bis zu 1,1 Mil­lio­nen Euro (sie­he Aus­riss).

Die An­kün­di­gung war ein Coup. „Die­se au­ßer­or­dent­li­che Uhr wur­de nicht mehr ge­se­hen, seit sie 1990 in ei­ner Auk­ti­on er­schien“, froh­lock­te Sothe­by­'s. Da­mals war die „Lan­ge“ bei An­ti­quo­rum in Düs­sel­dorf für mehr als eine Mil­li­on Mark er­stei­gert wor­den. Käu­fer: Ten­gel­mann-Mil­li­ar­där Eri­van Haub (1932– 2018).

Das Wun­der­ding soll­te den zwei­ten Teil der Auk­ti­ons­se­rie krö­nen, bei der die Samm­lung des Mul­ti­mil­li­ar­därs ver­äu­ßert wird. Doch am 11. No­vem­ber in Genf war die Jahr­hun­dertuhr nicht zu se­hen. Der Ein­lie­fe­rer habe sie vor der Auk­ti­on zu­rück­ge­zo­gen, teil­te Sothe­by­'s mit.

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