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POINT OF NO RETURN

EUROWINGS Geldvernichter, Kundenschreck – die Lufthansa-Tochter hat eine traurige Karriere hinter sich. Jetzt muss sie die Wende schaffen. Die Tricks des neuen Chefs: Versöhnungsgesten an die Vielflieger. Und ungewöhnliche Experimente.

HEIK­LE MIS­SI­ON Eu­ro­wings (hier eine Ma­schi­ne am Ham­bur­ger Flug­ha­fen) muss schnel­ler ein Ge­schäfts­mo­dell fin­den als die Luft­han­sa mit ih­rem Lang­stre­cken­ge­schäft

Schon klei­ne Um­bau­ten im Büro kön­nen Gro­ßes be­wir­ken. Jens Bi­schof (54) hat kaum et­was ver­än­dert im Ar­beits­zim­mer sei­nes Vor­gän­gers – der­sel­be wei­ße Schreib­tisch, die ver­trau­te Be­spre­chungs­ecke. Nur eine Neu­heit springt ins Auge, die aber rich­tig: ein rie­si­ger Bild­schirm di­rekt vor dem Pult. Hier lau­fen die neu­es­ten Da­ten ein: Zah­len und bun­te Gra­fi­ken zu Bu­chun­gen, Pünkt­lich­keit, Aus­las­tung und al­lem an­de­ren, was zu ei­ner Flug­li­nie ge­hört. „Ich brau­che die Zah­len im Blick“, sagt Bi­schof, fast ent­schul­di­gend.

Da­bei ist es höchs­te Zeit, dass je­mand ge­nau hin­schaut. Denn Eu­ro­wings – seit 2015 die deut­sche Zweit­mar­ke der Luft­han­sa – hat sich in ih­rer kur­zen Kar­rie­re jede Men­ge Fein­de ge­macht. Die In­ves­to­ren är­ger­ten sich über hohe Ver­lus­te (sie­he Gra­fik „Har­te Lan­dung"). Vie­le Pas­sa­gie­re fühl­ten sich zu läs­ti­gen Be­för­de­rungs­fäl­len de­gra­diert. Be­son­ders die Viel­flie­ger ha­dern bis heu­te da­mit, dass die Luft­han­sa ihre Stre­cken jen­seits der Dreh­kreu­ze Frank­furt und Mün­chen an Eu­ro­wings ab­ge­ge­ben hat.

Neu­chef Bi­schof, seit März da­bei, hat also eine Dop­pel­mis­si­on über­nom­men: Ka­pi­tal und Kun­den end­lich zu­frie­den­stel­len. Re­gel­recht dra­ma­tisch wird sei­ne Auf­ga­be durch die Co­ro­na-Pan­de­mie – auch Eu­ro­wings hat es bru­tal ge­trof­fen – und vor al­lem durch die Not des Mut­ter­kon­zerns. Die Luft­han­sa, mit viel zu viel Per­so­nal und Flug­zeu­gen blei­ern be­schwert, kann sich Eu­ro­wings als ewi­gen Rum­pel­flie­ger jetzt erst recht nicht mehr leis­ten. Die Mar­ke steckt mit­ten im Über­le­bens­kampf.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2020.