EXPERTENRAT

Pause oder fast forward

Um die Techrevolution zu überleben, braucht es radikale Entscheidungen – etwa einen Wechsel der Rechtsform.
Von Christoph H. Seibt

Der Pri­va­te-Equi­ty-In­ves­tor KKR steigt bei Axel Sprin­ger ein; der Ver­lag zieht sich von der Bör­se zu­rück. Ro­cket In­ter­net will selbst sei­ne ge­lis­te­ten An­tei­le zu­rück­kau­fen – und eben­falls weg vom Ak­ti­en­markt. In den USA drän­gen Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men an die Bör­se; aus Deutsch­land zum Bei­spiel Bi­oNTech und Cu­re­Vac. Und der Os­ram-Vor­stand such­te An­ker­ak­tio­nä­re sei­ner Wahl. So un­ter­schied­lich die Ent­schei­dun­gen, die Aus­lö­ser sind ähn­lich: Ent­wick­lun­gen wie Di­gi­ta­li­sie­rung und Health­ca­re-Re­vo­lu­ti­on, die Ent­kop­pe­lung der Wirt­schafts­sphä­ren der USA und Chi­nas so­wie die wach­sen­de Be­deu­tung der Un­ter­neh­mens­re­pu­ta­ti­on er­for­dern Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se. Und die Ver­än­de­rung des Ge­schäfts­mo­dells kos­tet Zeit und Geld.

Die Co­vid-19-Pan­de­mie be­schleu­nigt den Trend noch. In der ers­ten Pha­se der Kri­se ging es dar­um, die Li­qui­di­tät ab­zu­si­chern, mit Kos­ten­sen­kungs­pro­gram­men und zum Teil staat­lich un­ter­stütz­ten, kom­ple­xen Kre­di­ten. Jetzt geht es um mehr. Vie­le Vor­stän­de müs­sen Ge­schäfts­mo­del­le um­bau­en. Sie müs­sen an­ge­stamm­te und nicht mehr zu­kunfts­fä­hi­ge Ak­ti­vi­tä­ten ver­kau­fen, ab­spal­ten oder ein­stel­len, neue Tech­no­lo­gie­kom­pe­tenz er­wer­ben und die Wi­der­stands­fä­hig­keit der Wert­schöp­fungs­ket­ten stär­ken. Wer sich in Bör­sen­un­ter­neh­men der Sa­che nicht an­ge­mes­sen wid­met, dürf­te Be­such be­kom­men: Ak­ti­vis­ti­sche In­ves­to­ren war­ten nur auf die Chan­ce.


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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2020.