TRENDS

DIVERSE TOPLEUTE

KARRIERE Frauen und Männer mit Migrationshintergrund werden in Deutschland benachteiligt. Die neue Diversity-Diskussion deckt die Diskriminierung auf – und setzt die Unternehmen unter Druck.

DI­GI­TAL­RE­CRUI­TER Ta­le­do-CEO Me­liks­hah Ünver lern­te, mit Kli­schees zu spie­len. Te­le­fo­nier­te er auf Eng­lisch, hiel­ten die Deut­schen ihn für ei­nen Scheich.

Ein Le­ben in Deutsch­land? Das war ei­gent­lich nicht der Plan von Li­lith Al-Ja­di­ri (48). Der Ira­ker mit dem Mas­ter in An­ge­wand­ter Phy­sik träum­te von den USA, die Spra­che be­herrsch­te er nach ei­nem Schul­jahr in ei­nem eng­li­schen In­ter­nat per­fekt. Doch auf der Flucht aus Sad­dam Hus­seins kriegs­ge­beu­tel­tem Wüs­ten­staat stran­de­te er 1996 in Mün­chen und war­te­te auf sei­ne El­tern, die sich von Bag­dad aus eben­falls als Flücht­lin­ge durch­schlu­gen. Da saß er nun, in ei­nem win­zi­gen Zim­mer im Olym­pia­zen­trum, um­ge­ben von Schick­sals­ge­nos­sen, die ihr Ur­teil über Deutsch­land schon ge­fällt hat­ten. „Die Stim­mung war mies: Hier will man uns nicht.“

Al-Ja­di­ri blieb den­noch, fand ei­nen Mon­ta­ge­job bei BMW, ei­nen Stu­di­en­platz an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät, wo er ein Pro­jekt für T-Sys­tems ab­sol­vier­te. Nach dem Ab­schluss stieg er dort als Pro­jekt­ma­na­ger ein.

Heu­te lei­tet Al-Ja­di­ri den Be­reich IT und Ope­ra­ti­ons bei der GfK und lebt mit Fa­mi­lie in Ber­lin. Über sei­nen Auf­stieg sagt er: „Wenn man sei­ne Kom­fort­zo­ne ver­lässt, ist vie­les mög­lich.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2020.