MAGISCHES VIERECK

Der Donald-Dollar

Warum von der US-Präsidentschaftswahl hohe währungspolitische Risiken ausgehen.
Von Henrik Müller

Der US-Dol­lar hat schon vie­les über­stan­den: das Ende der Gold­de­ckung und die Frei­ga­be der Wech­sel­kur­se in den 70ern, die ra­pi­den Auf- und Ab­wer­tun­gen in den 80ern, die Fi­nanz­kri­se 2008, den Auf­stieg Chi­nas zur Zweit­welt­macht in den 2010er Jah­ren. Das Er­geb­nis der US-Prä­si­dent­schafts­wah­len im No­vem­ber al­ler­dings könn­te die Rol­le des Dol­lars als Welt­geld nach­hal­tig be­schä­di­gen. Die Um­fra­gen deu­ten auf ein knap­pes Er­geb­nis hin. Mög­lich, dass Do­nald Trump vier wei­te­re Jah­re im Wei­ßen Haus wü­ten darf – oder dass die USA in eine Ver­fas­sungs­kri­se schlit­tern, falls er sich wei­gert, eine knap­pe Nie­der­la­ge an­zu­er­ken­nen. Ame­ri­ka wäre dann nicht mehr, was es über Jahr­zehn­te war: eine Säu­le der glo­ba­len Ord­nung.


BIS­LANG IST DIE PO­SI­TI­ON DES DOL­LARS ein­zig­ar­tig. Kein an­de­res Geld wird au­ßer­halb des ei­ge­nen Wirt­schafts­raums so in­ten­siv ge­nutzt. No­ten­ban­ken hal­ten ihre Wäh­rungs­re­ser­ven im­mer noch über­wie­gend in Dol­lar (sie­he Gra­fik). Un­ter­neh­men und Staa­ten rund um den Glo­bus ver­schul­den sich in Dol­lar. In­ves­to­ren le­gen in Dol­lar-de­no­mi­nier­ten As­sets an. Der in­ter­na­tio­na­le Han­del, etwa zwi­schen asia­ti­schen Län­dern, wird über­wie­gend in Dol­lar ab­ge­wi­ckelt. An den De­vi­sen­märk­ten fun­giert der Dol­lar als wich­tigs­te „Ve­hi­kel­wäh­rung“; der Tausch ei­ner klei­ne­ren Wäh­rung in eine an­de­re ver­läuft häu­fig über die Dol­lar-Um­lei­tung. All die­se Funk­tio­nen ver­stär­ken sich ge­gen­sei­tig: Durch Ver­wen­dung der­sel­ben Wäh­rung für ver­schie­de­ne Funk­tio­nen las­sen sich Tausch- und Ab­si­che­rungs­kos­ten nied­rig hal­ten.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2020.