PORTFOLIO

DEUTSCHER MEISTER 2020

INVESTOR RELATIONS Wirecard betrog seine Investoren über Jahre. Eine exklusive mm-Studie zeigt: Bis heute nehmen nur wenige Dax-Konzerne ihre Aktionäre wirklich ernst.

EHR­LI­CHE HAUT Te­le­kom-Fi­nanz­vor­stand Chris­ti­an Il­lek ist der­zeit so trans­pa­rent und ver­läss­lich wie kei­ner sei­ner Kol­le­gen. Der Lohn: In­ves­tor­s' Dar­ling 2020.

Deu­t­sche-Te­le­kom-Fi­nanz­vor­stand Chris­ti­an Il­lek (56) hat die Zahl, nach der vie­le Kol­le­gen noch im­mer fahn­den. „350 Mil­lio­nen Euro“ – so lau­te­te schon im Mai sei­ne Ant­wort auf die Fra­ge, wie stark die Co­ro­na-Pan­de­mie das Ge­schäft die­ses Jahr schmä­lern wird. Il­leks Zahl be­schreibt den ma­xi­ma­len Scha­den bei der am ärgs­ten be­trof­fe­nen Ein­nah­me­quel­le: den Roa­ming­ge­büh­ren für das Mo­bil­te­le­fo­nie­ren im Aus­land. Ver­kraft­bar, bei ei­nem Kon­zern­um­satz von vor­aus­sicht­lich 93 Mil­li­ar­den Euro. Wer die zweit- und dritt­größ­ten Ein­schlä­ge wis­sen will, dem nennt Il­lek die Zah­len, die er schon im Be­richt zum ers­ten Quar­tal prä­sen­tiert hat: bis zu 20 Pro­zent we­ni­ger Um­satz mit Mo­bil­te­le­fo­nen; Ver­zö­ge­run­gen bei IT-Pro­jek­ten im Ma­xi­mal­vo­lu­men von neun Mil­li­ar­den Euro, je­doch mit nied­ri­ger Mar­ge und Er­geb­nis­re­le­vanz.

Il­leks Team hat das Vi­rus im Griff, je­den­falls bei der Fi­nanz­kom­mu­ni­ka­ti­on. Mit­te Au­gust beim Halb­jah­res­be­richt be­stä­tig­te er die Schät­zung, die er Mit­te Mai im Rap­port zum ers­ten Quar­tal aus­ge­ge­ben und aus­führ­lich be­grün­det hat­te. „Uns war früh klar, dass die Fol­gen der Co­ro­na-Kri­se der Kern un­se­res Zwi­schen­be­richts sein wür­den, ne­ben dem Zu­sam­men­schluss von T-Mo­bi­le US und Sprint“, sagt er beim Ge­spräch mit ma­na­ger ma­ga­zin in sei­nem Eck­bü­ro in der Bon­ner Te­le­kom-Zen­tra­le.

Die Pan­de­mie ist Il­leks gro­ße Be­wäh­rungs­pro­be als Zah­len­fürst beim sechst­größ­ten Dax-Mit­glied nach Bör­sen­wert (73 Mil­li­ar­den Euro). Was sei­ne Rol­le be­son­ders de­li­kat macht: Kon­zern­boss Ti­mo­theus Hött­ges (58) war bis zu sei­nem Auf­stieg zum CEO selbst fünf Jah­re lang Fi­nanz­chef.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2020.