WAS MACHT EIGENTLICH ...

Thomas Hinderer?

Der frühere Eckes-Granini-Chef will nur noch maximal 100 Tage im Jahr arbeiten – und dafür lieber öfter abtauchen.

Der Mann, der für Eu­ro­pas größ­ten Saft­la­den ver­ant­wort­lich war, wür­de sich auch als Frem­den­füh­rer eig­nen. Tho­mas Hin­de­rer (62) steigt in sei­nen grau­en G-Klas­se-Mer­ce­des. Im Kof­fer­raum ist Platz für die bei­den Hun­de, un­ter der Hau­be ge­nug Kraft, um die bei­den Pfer­de sei­ner Frau zu zie­hen, was aber jetzt nicht sein The­ma ist. Statt­des­sen rollt er ge­mäch­lich vor­bei an präch­ti­gen Vil­len und gibt ei­nen Schwank aus dem Le­ben der Eig­ner preis. Er weiß, wo Adi­das-Chef Kas­per Ror­sted (58) re­si­diert und Star­an­walt Pe­ter Gau­wei­ler (71) speist. Knapp 20 Jah­re am Starn­ber­ger See ha­ben aus Hin­de­rer ei­nen in­ti­men Ken­ner der High So­cie­ty ge­macht. Aber sie hat­ten auch ih­ren Preis.

Der Schwa­be ist 2001 vor die Tore Mün­chens ge­zo­gen, als ihn Milch­ba­ron Theo Mül­ler (80) zum Chef er­kor. Die Li­ai­son hielt vier Jah­re, dann über­warf sich der Be­triebs­wirt mit dem Pa­tri­ar­chen und zog wei­ter zu Eckes-Gra­ni­ni, eben­falls in Fa­mi­li­en­hand. Fünf Jah­re woll­te Hin­de­rer dort blei­ben, es wur­den 15.

„Es war eine gei­le Zeit“, sagt er. „Ich durf­te füh­ren und ge­stal­ten wie ein In­ha­ber.“ Hin­de­rer schlug das Schnaps­ge­schäft (Ma­ri­a­cron, Chan­tré) los, kon­zen­trier­te alle Auf­merk­sam­keit auf Saft – und sie­he da: Er wur­de mit Mar­ken wie Gra­ni­ni und ho­hes C tat­säch­lich Markt­füh­rer in Eu­ro­pa. Da­für haus­te er jah­re­lang in ei­nem Ho­tel in der Nähe von Nie­der-Olm bei Mainz, Frau und Toch­ter blie­ben am See. „Ich habe mei­ne Fa­mi­lie nur am Wo­chen­en­de ge­se­hen“, sagt er. „Ich bin dank­bar und de­mü­tig für mei­ne er­folg­rei­che Kar­rie­re, pri­vat war das je­doch ent­beh­rungs­reich.“ Im Juli hat er da­her ei­nen Schluss­strich ge­zo­gen und will künf­tig nicht mehr als 100 Tage im Jahr ar­bei­ten. Das al­ler­dings könn­te eng wer­den, denn Hin­de­rer ist als Auf­se­her ge­fragt.

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