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TOUR DE TORTUR

PORTRÄT Manfred Knof ist die letzte Chance der Commerzbank. Auf Empathie dürfen die neuen Kollegen nicht hoffen, wohl aber auf ehrliche Arbeit.
Von Katharina Slodczyk

END­LICH NUM­MER EINS Bei der Al­li­anz ist Man­fred Knof der Sprung ganz an die Spit­ze nicht ge­lun­gen. Jetzt steigt er vom Spar­ten­lei­ter der Deut­schen Bank (hier in ei­nem Kon­fe­renz­raum) zum Com­merz­bank-CEO auf.

Es wäre der Mo­ment für Lob und Dank ge­we­sen. Als Man­fred Knof (55), Pri­vat­kun­den­chef der Deut­schen Bank, An­fang April in ei­ner Vi­deo­kon­fe­renz vor sei­ne 100 wich­tigs­ten Füh­rungs­kräf­te trat, über­spül­te die ers­te Co­ro­na­vi­rus-Wel­le das Land. Ei­ni­ge Mit­ar­bei­ter des In­sti­tuts hat­ten sich in­fi­ziert, Fi­lia­len wa­ren ge­schlos­sen. Vie­le Kol­le­gen, die die Bank aus dem Ho­me­of­fice am Lau­fen hiel­ten, muss­ten gleich­zei­tig ihre Kin­der be­treu­en, Schu­len und Kin­der­gär­ten wa­ren dicht.

Sei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­ter hat­ten Knof von dem Auf­tritt über­zeu­gen müs­sen. Mo­na­te­lang hat­te er sich in­tern nicht im grö­ße­ren Kreis ge­zeigt, und das ob­wohl Ende 2019 Ge­rüch­te die Run­de ge­macht hat­ten, er wol­le den Job hin­schmei­ßen.

Knof war also vor­be­rei­tet, al­ler­dings nicht sen­si­bi­li­siert. Er traf nicht an­satz­wei­se den Ton. Sei­ne Rede las er vom Blatt ab und ver­has­pel­te sich prompt, als er Kol­le­gen für ih­ren Ein­satz dank­te. „Das kam flos­kel­haft und höl­zern rü­ber“, er­in­nert sich ei­ner der Kon­fe­renz­teil­neh­mer. „Und was au­then­ti­scher wirk­te und hän­gen blieb, war de­plat­ziert, fast zy­nisch in die­sen auf­rei­ben­den Wo­chen.“ Denn die wich­tigs­te Bot­schaft von Knof an sei­ne Mann­schaft lau­te­te: ver­kau­fen, ver­kau­fen, ver­kau­fen!

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2020.