KOLUMNE

Klagen, fordern, taktieren

Die Wirtschaftsverbände sind ein Totalausfall in der Corona-Krise – und schaden damit dem Image der Unternehmer.
Von Klaus Schweinsberg

Die Co­ro­na-Pan­de­mie wird ei­nen blei­ben­den Scha­den für die deut­sche Wirt­schaft hin­ter­las­sen. Fi­nan­zi­ell mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit. Image­mä­ßig ganz ge­wiss. Nicht weil die Fir­men et­was falsch ma­chen wür­den. Ihr Ver­hal­ten ist vor­bild­lich: Sie ver­su­chen, ihre Mit­ar­bei­ter in Lohn und Brot zu hal­ten, zah­len Kurz­ar­bei­ter­geld so lan­ge wie mög­lich, nut­zen Ein­stel­lungs­stopps und grei­fen nur als Ul­ti­ma Ra­tio zu Kün­di­gun­gen. Vie­le Un­ter­neh­men ha­ben zu­dem ex­trem agil auf ver­än­der­te Markt­ge­ge­ben­hei­ten re­agiert und kurz­fris­tig neue Dienst­leis­tun­gen und Pro­duk­te an den Start ge­bracht, die in der Co­ro­na-Kri­se ge­braucht wer­den.


DOCH SO BE­WUN­DERNS­WERT vie­le Un­ter­neh­men agie­ren, so ruf­schä­di­gend ist die Schwä­che ih­rer Lob­by­is­ten in Ber­lin. Deutsch­land und die Welt kämp­fen sich durch Pro­blem­ber­ge his­to­ri­schen Aus­ma­ßes, und die Wirt­schafts­ver­bän­de tra­gen nichts, aber auch rein gar nichts zur Be­wäl­ti­gung der Kri­se bei. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (40; CDU) for­dert zu Recht eine „na­tio­na­le Kraft­an­stren­gung“. Die Ver­tre­ter der Wirt­schaft aber schei­nen be­schlos­sen zu ha­ben, an die­ser Kraft­an­stren­gung nicht teil­neh­men zu wol­len. Statt­des­sen tun die Ver­bän­de seit Aus­bruch der Co­ro­na-Pan­de­mie ge­nau drei Din­ge: (an)kla­gen, for­dern und tak­tie­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2020.