DRAHTZIEHER

Der Torwächter

KNUT GIESLER Ohne den IG-Metall-Funktionär geht nichts beim Verkauf der Aufzüge von Thyssenkrupp.

ZURÜCK­TRE­TEN, BIT­TE Knut Gies­ler macht die Auf­zugs­spar­te von Thys­sen­krupp für In­ves­to­ren teu­er

Knut Gies­ler (55), Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall in NRW, er­lebt ge­ra­de, was al­les in knall­har­ten Ka­pi­ta­lis­ten steckt: zum Bei­spiel eine sof­te Sei­te. Alex­an­der Di­be­li­us (60), Part­ner des Fi­nanz­in­ves­tors CVC, etwa soll bei ei­nem Be­such in Düs­sel­dorf un­ge­ahn­tes Ver­ständ­nis für Ar­beit­neh­mer­be­lan­ge ge­zeigt ha­ben. Auf­fal­lend ge­schmei­dig ver­hielt sich wohl auch ein Ver­tre­ter des ka­na­di­schen Ver­mö­gens­ver­wal­ters Brook­field bei ei­ner Kon­sul­ta­ti­on.

Di­be­li­us und die Ka­na­di­er sind gut be­ra­ten, Stim­mung bei Gies­ler zu ma­chen. Ohne ihn geht nichts beim Ver­kauf der rund 15 Mil­li­ar­den Euro teu­ren Auf­zugs­spar­te von Thys­sen­krupp, um die die In­ves­to­ren buh­len. Di­be­li­us hat sich dazu mit dem fin­ni­schen Auf­zugs­bau­er Kone zu­sam­men­ge­tan, Brook­field mit dem Sin­ga­pur-Fonds Te­ma­sek.

For­mal ist Gies­ler kei­nes­wegs der mäch­tigs­te Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter im Kon­zern. Er hat kein Man­dat im Auf­sichts­rat der Hol­ding, der den Ver­kauf ab­seg­nen muss, sitzt le­dig­lich im nicht in­vol­vier­ten Gre­mi­um der Toch­ter. Aber er kann ver­gleichs­wei­se frei agie­ren; und das nutzt er. Im De­zem­ber mo­bi­li­sier­te er rund die Hälf­te der 5000 deut­schen Be­schäf­tig­ten der Auf­zugs­di­vi­si­on nebst et­li­chen Stahl­ko­chern für ei­nen Auf­marsch vor der Thys­sen­krupp-Zen­tra­le in Es­sen. Da­mit mach­te er so viel Ein­druck, dass Oli­ver Burk­hard (48), Ar­beits­di­rek­tor des Kon­zerns und einst selbst ein mäch­ti­ger IG-Me­tall-Funk­tio­när, Gies­ler weit­rei­chen­de Mit­wir­kungs­rech­te beim Ver­kauf der Ein­heit ein­räum­te.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2020.