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UNDERCOVER-BOSS

DEUTSCHE BAHN Ex-Politiker Ronald Pofalla ist zum Allmächtigen des größten deutschen Staatskonzerns aufgestiegen. Mit paradoxen Folgen: Die Bahn schwimmt in Steuergeld – weiß aber weniger denn je, wie sie endlich besser wird.

WIND­MA­CHER Als Bahn-Ma­na­ger ver­brei­tet der Ex-Po­li­ti­ker Ro­nald Po­fal­la rhe­to­risch Ta­ten­drang. Das reicht.

Eine Bit­te hat­te er noch. Kurz vor Ende des gro­ßen Tref­fens der Füh­rungs­kräf­te, das die Bahn am 17. De­zem­ber in Ber­lin ab­hielt, kam Ro­nald Po­fal­la (60) noch mal dran. „Ich wür­de mir wün­schen“, sag­te der In­fra­struk­tur­vor­stand, „von un­se­ren Füh­rungs­kräf­ten mehr und häu­fi­ger kri­ti­siert zu wer­den.“ Wenn er nicht von Be­triebs­rä­ten be­stimm­te Sa­chen hö­ren wür­de, „über den nor­ma­len Dienst­weg er­fah­re ich die nicht“.

Der Saal ant­wor­te­te mit ver­wun­der­tem Schwei­gen. Dass Po­fal­la gern Kri­tik hört, war den meis­ten neu. Bis­lang hat­te der Ex-Po­li­ti­ker als reiz­bar ge­gol­ten. Vor­sich­tig for­mu­liert. Und so ei­nem soll man jetzt frei­her­aus die Mei­nung sa­gen?

An­de­rer­seits dürf­ten vie­le Bah­ner das Wun­dern ein­ge­stellt ha­ben. Vor lau­ter Wen­dun­gen ist ih­nen der Über­blick ver­lo­ren ge­gan­gen. Das Phä­no­men der um­ge­kehr­ten Wa­gen­rei­hung – auf der Schie­ne leid­voll be­kannt – hat längst auch den Bahn­to­wer er­fasst.

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