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DER SCHWEIZER RISIKOFALL

JULIUS BÄR Jungstar Boris Collardi hatte den Vermögensverwalter auf Kosten der Seriosität in die Weltspitze geführt. Philipp Rickenbacher muss die Bank nun neu ausrichten. Aber lässt sich damit noch genug Geld verdienen?

AUF PUMP Bo­ris Col­lar­di (hin­ten) bläh­te die Zü­ri­cher Pri­vat­bank auf, der heu­ti­ge Chef Phil­ipp Ri­cken­ba­cher muss die Luft kon­trol­liert ab­las­sen

Als Bo­ris Col­lar­di (45) im Mai 2009 zum Chef der Schwei­zer Pri­vat­bank Ju­li­us Bär auf­stieg, ent­deck­te er den Reiz des Un­der­state­ments. Statt mit ei­nem sei­ner Fer­ra­ris roll­te er mit ei­nem Fiat 500 ins Büro. Dar­in lie­ße es sich viel bes­ser te­le­fo­nie­ren, pries er die Vor­zü­ge des klei­ne­ren Au­tos an, weil es so viel lei­ser als ein Sport­wa­gen sei.

Phil­ipp Ri­cken­ba­cher (48), Nach-Nach­fol­ger von Col­lar­di und seit mehr als 100 Ta­gen an der Spit­ze der Bank, sta­pelt noch tie­fer: Er kommt vor­zugs­wei­se mit ei­ner Ves­pa.

Die in­sze­nier­te Be­schei­den­heit soll den Kun­den die nüch­ter­ne Wah­rung ih­rer In­ter­es­sen ver­bild­li­chen. Al­lein: Die Kun­den kön­nen sich nicht si­cher sein, ob sie seit gut zehn Jah­ren nicht doch ei­ner Gau­ke­lei bei­woh­nen. Ri­cken­ba­cher muss ge­lin­gen, was der­zeit prak­tisch alle Pri­vat­ban­ker um­treibt: den Nach­weis zu brin­gen, dass es der­lei Geld­häu­ser wirk­lich noch braucht.

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