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DIE DEUTSCHE CHANCE

CHINA Der Plan der Regierung, bis 2025 führend in zentralen Industrien zu sein, gilt schon jetzt als weitgehend gescheitert. Die Planwirtschaft erfährt ihre Grenzen, ausländische Unternehmen werden weiter gebraucht – eine frohe Botschaft für viele Anleger.

MEHR GER­MA­NY BEI AU­TOS End­fer­ti­gung bei Ge­ely: Chi­nas Au­to­her­stel­ler ver­lo­ren 2019 da­heim Markt­an­tei­le an die Deut­schen

Die neue Au­to­fa­brik im Speck­gür­tel von Chong­qing ist ein ein­zi­ger Su­per­la­tiv, so wie die gan­ze Me­tro­po­le mit ih­ren 34 Mil­lio­nen Ein­woh­nern. Rie­sig, blitz­sau­ber, vor al­lem aber läuft fast al­les au­to­ma­tisch in der Jinkang Se­res In­tel­li­gent Fac­to­ry, die der teil­staat­li­che Au­to­kon­zern So­kon hier er­rich­te­te, um Elek­tro­au­tos vom Band lau­fen zu las­sen.

Zwi­schen brei­ten Stra­ßen, an de­ren La­ter­nen rote Fähn­chen flat­tern, schim­mern wei­ße Ku­ben in der Son­ne: für Press­werk, Ka­ros­se­rie­bau, La­ckie­re­rei, End­mon­ta­ge und Lo­gis­tik. Eben­so gi­gan­tisch wie die Aus­ma­ße ist der Stolz, der ei­nem von den Schau­ta­feln in der End­mon­ta­ge­hal­le ent­ge­gen­springt: Man habe „Fer­ti­gungs­tech­nik nach dem Vor­bild deut­scher Lu­xus­au­to­mar­ken“ ein­ge­setzt und „mit dem ko­or­di­nier­ten Be­trieb von mehr als 1000 Ro­bo­tern“ Au­to­ma­ti­sie­rung auf ho­hem Ni­veau rea­li­siert. In­ves­ti­ti­ons­vo­lu­men: um­ge­rech­net mehr als eine hal­be Mil­li­ar­de Euro.

Die High­te­ch­au­to­fa­brik ist ei­nes der vie­len in Be­ton ge­gos­se­nen Er­geb­nis­se der Zehn­jah­res­stra­te­gie, mit der Pe­king 2015 den Wes­ten auf­schreck­te: „Made in Chi­na 2025“ soll­te der Wirt­schaft des Rie­sen­reichs ei­nen Quan­ten­sprung be­sche­ren: In zehn In­dus­trie­sek­to­ren, so die Vor­ga­be der Kom­mu­nis­ten, müs­sen bin­nen zehn Jah­ren 70 Pro­zent der Kern­kom­po­nen­ten von ein­hei­mi­schen Her­stel­lern stam­men.

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