GELDANLAGE FÜR KOPFMENSCHEN

Schluss­akkord im Bezos-Blues

Der Amazon-Kurs stagniert – eine gute Gelegenheit einzusteigen.

D er Auf­stieg von Ama­zon – er wirkt wie eine Sto­ry aus ver­blass­ten Zei­ten. Nach­dem der Bör­sen­wert kurz­zei­tig die Eine-Bil­li­on-Dol­lar-Mar­ke ge­knackt hat­te, häuf­ten sich die Rück­schlä­ge. Das US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um lief zum Cloud-Ser­vice von Mi­cro­soft über. Vie­le Kom­men­ta­to­ren sa­hen dar­in ein Re­van­che-Foul von Prä­si­dent Do­nald Trump, der sei­ne Aver­si­on ge­gen Ama­zon-Grün­der Jeff Be­zos nie ver­bor­gen hat­te. Dann ver­öf­fent­lich­te das ein­fluss­rei­che (und Trump-freund­li­che) „Wall Street Jour­nal“ meh­re­re Bei­trä­ge über un­si­che­re Pro­duk­te, die über die Ama­zon-Markt­platt­form ver­kauft wer­den. Und die Zu­wachs­ra­te des Net­to­ge­winns sack­te in den ers­ten neun Mo­na­ten 2019 auf ei­nen Bruch­teil des Vor­jah­res­werts ab. Seit etwa ein­ein­halb Jah­ren ist das Pa­pier so gut wie to­tes Geld.

Wenn der Markt ei­nen Wachs­tums­wert mit Lie­bes­ent­zug straft, kau­fe ich die Ak­tie oft gern. Ama­zon ist kei­ne auf­re­gen­de Wachs­tums­sto­ry mehr, aber zu teu­er für die Va­lue-In­ves­to­ren. Wenn es kaum In­ves­to­ren gibt, bei de­nen der Wert haar­ge­nau ins Sche­ma passt, die Zah­len aber stim­men, macht man als Käu­fer meist nicht viel falsch: Der Um­satz wird nach Ana­lys­ten­schät­zun­gen in den nächs­ten bei­den Jah­ren um je etwa 18 Pro­zent stei­gen und soll­te 2021 bei knapp 400 Mil­li­ar­den Dol­lar lie­gen. Da­mit wäre das Un­ter­neh­men, die heu­ti­ge Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung zu­grun­de ge­legt, nur noch mit dem 2,3-Fa­chen des Um­sat­zes be­wer­tet. Die Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te dürf­te sich dem­nach bei 22 Pro­zent ein­pen­deln – ein ho­her Wert, der zeigt, dass Ama­zon kein Ein­zel­händ­ler mehr ist, son­dern eher ein Tech­no­lo­gie­kon­zern.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2020.