WIRTSCHAFTSKULTUR

Abgekocht

Wie zwei Multimilliardäre Amerikas politische Spaltung beförderten.

HAR­TER HUND Charles Kochs schlips­los-nach­denk­li­ches Äuße­res täuscht. Der Mann ver­tritt rück­sichts­los sei­ne ge­schäft­li­chen In­ter­es­sen.

I hr Ver­mö­gen ist grö­ßer als das von Mark Zu­cker­berg, der Jah­res­um­satz ih­res Kon­glo­me­rats über­steigt den von Face­book, Gold­man Sachs und US Steel zu­sam­men­ge­nom­men – und doch agier­ten sie zeit­le­bens weit­ge­hend im Ver­bor­ge­nen: die Brü­der Charles und Da­vid Koch aus Wi­chi­ta/​Kan­sas, In­ha­ber von Koch In­dus­tries, ei­nem der größ­ten Pri­vat­un­ter­neh­men Ame­ri­kas (Raf­fi­ne­ri­en, Plas­tik, Pa­pier, Dün­ger).

In ei­nem ein­zig­ar­ti­gen Kraft­akt aus mehr als sie­ben Jah­ren Re­cher­che und Hun­der­ten In­ter­view­stun­den zeich­net Chris­to­pher Leo­nard ih­ren Auf­stieg nach. Vor al­lem mit Blick auf Charles (84), seit 1967 un­un­ter­bro­chen CEO (Da­vid Koch ist 2019 ge­stor­ben), ge­lingt Leo­nard die fas­zi­nie­ren­de Stu­die ei­nes mu­ti­gen Vi­sio­närs, der schon in den 80er Jah­ren den Bör­sen­gang­pro­phe­ten von Mor­gan Stan­ley die Tür weist und die vä­ter­li­che Raf­fi­ne­rie aus ei­ge­ner Kraft zum 110-Mil­li­ar­den-Dol­lar-Busi­ness aus­baut.

Wie ri­go­ros die Koch-Brü­der ihre öko­no­mi­sche Power in po­li­ti­sche Macht um­mün­zen, ist lehr­reich, aber auch ab­schre­ckend: Mit ei­ge­nen Think Tanks und un­ab­läs­si­gem Lob­by­ing agi­tie­ren sie für So­zi­al­ab­bau, ge­gen Um­welt­schutz (der ihr Ölge­schäft ge­fähr­det) und für die Schwä­chung des Staa­tes zu­guns­ten star­ker In­di­vi­du­en.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2020.