BUSINESS REBELS

Philippe de Chanville und Christian Raisson

Die beiden Franzosen wollen mit ihrer Baumarktplattform ManoMano den deutschen Markt aufmischen.

W ofür Frei­zeit­stress al­les gut sein kann, sieht man an Phil­ip­pe de Chan­vil­le (40; links) und Chris­ti­an Rais­son (50). Bei ih­rem da­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber, ei­nem Pa­ri­ser Wag­nis­ka­pi­tal­fonds, sa­ßen sie in ei­nem Groß­raum­bü­ro und brü­te­ten über un­ter­schied­li­chen Pro­jek­ten. Viel mehr Kopf­zer­bre­chen aber be­rei­te­te ih­nen, wor­über sie in der Mit­tags­pau­se spra­chen: der schlep­pen­de Fort­schritt der Hand­wer­ker­ar­bei­ten, mit de­nen die bei­den ihre Wo­chen­en­den ver­brach­ten. Rais­son mit der Re­no­vie­rung ei­nes Hau­ses an der fran­zö­si­schen At­lan­tik­küs­te, de Chan­vil­le mit dem Aus­bau sei­ner Pa­ri­ser Woh­nung. Und dar­über, wie zeit­rau­bend und oft auch frus­trie­rend das Be­sor­gen von Ma­te­ria­li­en in den Bau­märk­ten war. Also grün­de­ten die bei­den Ab­sol­ven­ten der fran­zö­si­schen Wirt­schafts­eli­te­u­ni Ed­hec 2013 eine Han­dels­platt­form für Heim­wer­ker­be­darf. In­zwi­schen macht Ma­no­Ma­no ei­nen ho­hen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­um­satz, jetzt soll die nächs­te Aus­bau­stu­fe fol­gen: mit dem An­griff in Deutsch­land und da­mit auf Ket­ten wie Obi und Horn­bach.

Ver­traut da­mit, Ge­schäfts­mo­del­le und -stra­te­gi­en zu ana­ly­sie­ren, sei ih­nen schnell be­wusst ge­wor­den, wel­ches Po­ten­zi­al in der Di­gi­ta­li­sie­rung der Bran­che ste­cke. Im Ver­gleich zum Mode- oder Elek­tro­nik­han­del hängt der Markt, den die Fran­zo­sen al­lein in Eu­ro­pa auf 400 Mil­li­ar­den Euro be­zif­fern, di­gi­tal weit zu­rück. Wäh­rend der On­line­an­teil im Non­food mitt­ler­wei­le bei durch­schnitt­lich 15 Pro­zent liegt, kommt der An­teil bei Bau­markt­ar­ti­keln in Deutsch­land ge­ra­de auf knapp 7 Pro­zent. Die Bau­markt­ket­ten hat­ten es lan­ge schlicht nicht nö­tig, sich on­line Kon­kur­renz zu ma­chen.

Das än­dert sich nun ra­sant. Vie­le Kun­den, ge­wohnt, das Al­ler­lei des täg­li­chen Be­darfs on­line zu be­stel­len, sei­en im­mer we­ni­ger be­reit, zum Ein­kau­fen in die meist au­ßer­halb ge­le­ge­nen Bau­märk­te „auf die grü­ne Wie­se“ zu fah­ren, sagt Eva Stüber, Bau­markt­ex­per­tin und Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung des Han­dels­for­schungs­in­sti­tuts IFH in Köln. Die Al­ter­na­ti­ve lau­tet dann häu­fig Ama­zon. Die Ame­ri­ka­ner ha­ben sich in Deutsch­land in­zwi­schen 41 Pro­zent des Do-it-yours­elf-On­line­mark­tes ge­si­chert. Und das ohne jede Be­ra­tung.

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