TRENDS

Chance fürs Leben

SOZIALER AUFSTIEG Raj Chetty ist 40 Jahre alt und gilt bereits als einflussreichster Ökonom der Welt. Er verändert die Methoden seines Fachs – und zerlegt den amerikanischen Traum.

AME­RI­KAS JUNG­STAR Raj Chet­ty kam als Kind in­di­scher Ein­wan­de­rer in die USA. Mit Ende 20 mach­te ihn Har­vard zum Pro­fes­sor auf Le­bens­zeit.

Vom lan­gen Ess­tisch der hel­len In­sti­tuts­lounge blickt man di­rekt auf das Tor zum Har­vard Yard; dem le­gen­dä­ren Herz der Uni, wo all­jähr­lich die Ab­sol­ven­ten ge­ehrt wer­den und zu­letzt An­ge­la Mer­kel die Ab­schluss­re­de hielt. Auf dem weit­läu­fi­gen Cam­pus in Cam­bridge ist das eine Tri­pleA-Lage. Ge­ra­de rich­tig für den neu­en Su­per­star der Wirt­schafts­wis­sen­schaft.

Raj Chet­ty (40), ein ru­hi­ger Schlaks, der im ers­ten Mo­ment fast jun­gen­haft wirkt, soll von hier aus den Ruf der US-Eli­te­uni­ver­si­tät meh­ren. 2018 lock­te man ihn aus Stan­ford zu­rück an die Ost­küs­te, er­rich­te­te ihm ein In­sti­tut der Ex­tra­klas­se, aus­ge­stat­tet mit ei­nem Mil­lio­nen­bud­get und ei­ner Mis­si­on, die grö­ßer kaum sein könn­te: die Wie­der­be­le­bung des ame­ri­ka­ni­schen Traums.

Dass da­für wohl nie­mand ge­eig­ne­ter ist als er, hat eine zy­ni­sche Note: Schließ­lich fußt Chet­tys Ruhm dar­auf, dass er den My­thos von der Auf­stei­ger­ge­sell­schaft mit sei­nen Big-Data-Me­tho­den in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ent­zau­bert hat. Mil­lio­nen Le­bens­läu­fe hat er mit sei­nem Team ana­ly­siert, um her­aus­zu­fin­den, wo die klei­nen, aber ent­schei­den­den Hin­der­nis­se des so­zia­len Auf­stiegs lie­gen – und wo die Steig­bü­gel. Chet­ty sucht Mus­ter, „um Fa­mi­li­en aus der Ar­mut zu füh­ren und ih­nen ein bes­se­res Le­ben zu er­mög­li­chen“.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2020.