NAMEN UND NACHRICHTEN

Kontroll­verlust

PROSIEBENSAT.1 Großaktionäre bereiten die Abwahl von Aufsichtsratschef Werner Brandt vor.

DIE WAND STEHT HIN­TER IHM CEO Max Con­ze

Am Tag nach­dem er sei­nem CEO Max Con­ze (50) öf­fent­lich den Krieg er­klärt hat­te, er­schien Pro­Sie­ben­Sat.1-Vor­stand Con­rad Al­bert (52) ganz nor­mal in sei­nem Büro. Mit­tags ging der Vi­ze­chef in die Kan­ti­ne – und wur­de mit lei­den­schaft­li­chem Bei­fall be­grüßt.

Zu­vor hat­te Al­bert per In­ter­view in der „Süd­deut­schen Zei­tung“ Auf­sichts­rats­chef Wer­ner Brandt (66) ein we­nig ver­klau­su­lier­tes Ul­ti­ma­tum ge­stellt: Er wer­de das Un­ter­neh­men ver­las­sen, wenn Con­ze nicht gehe. Für eine Ver­trags­ver­län­ge­rung ste­he er „in der ak­tu­el­len Kon­stel­la­ti­on“ nicht zur Ver­fü­gung, so die For­mu­lie­rung des Voll­ju­ris­ten. Nicht nur Con­ze sei er ver­pflich­tet – auch dem Un­ter­neh­men. Drei Tage spä­ter war Al­bert dann auch wirk­lich raus, of­fi­zi­ell per Ende April.

Al­bert, seit ei­nem knap­pen Jahr­zehnt Vor­stand der Sen­der­grup­pe, galt ei­gent­lich als bra­ver und kon­flikt­scheu­er Kon­zern­sol­dat. Dass aus­ge­rech­net er eine Pa­last­re­vol­te an­zet­tel­te, zeigt, wie groß die Ver­zweif­lung in Un­ter­föh­ring in­zwi­schen ist – vor al­lem über den un­tä­ti­gen Brandt, der sto­isch an Con­ze fest­hält, wäh­rend die­ser den Kon­zern in den Ab­grund ma­nagt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2020.