DIE ÖKONOMIE DER ...

Panik

Abrupte und scharfe Verhaltensänderung kann rational sein. Kluge Politik beugt einem Herdenchaos vor.
Von Christian Schütte

Ruhe be­wah­ren, nicht über­re­agie­ren, auf Sicht fah­ren. So sieht klas­si­sche Cool­ness aus. „Die Co­ro­na-Vi­rus-Pa­nik ist dumm“, twit­ter­te Tes­la-Chef Elon Musk am Frei­tag den 6. März. Weit über 1,7 Mil­lio­nen „Ge­fällt mir“-Klicks be­kam er da­für von der Netz­ge­mein­de.

Mon­tags dar­auf krach­te die Bör­se, al­lein die Tes­la-Ak­tie ver­lor rund 15 Pro­zent. Küh­le Ra­tio­na­li­tät, so zeig­te sich, be­deu­tet et­was an­de­res als all­zeit Maß und Mit­te zu hal­ten. Wer sein Ver­hal­ten ab­rupt än­dert, ist nicht per se kopf­los. Was als Pa­nik be­spöt­telt wird, ist manch­mal klu­ge Ent­schlos­sen­heit. Die Po­li­tik muss die Lo­gik der in­di­vi­du­el­len dann mit der Lo­gik der kol­lek­ti­ven Ver­nunft in Ein­klang brin­gen.

Dass der Mensch als Her­den­tier zu ver­rück­ten, teils ex­trem ge­fähr­li­chen Kol­lek­tiv­be­we­gun­gen neigt, ist alt­be­kannt. Das Wort Pa­nik geht zu­rück auf den an­ti­ken Hir­ten­gott Pan, der sei­ne Scha­fe mit sinn­lo­sem Ge­schrei in To­des­angst und Mas­sen­flucht jag­te. Der In­stinkt schlägt Alarm, so­bald an­de­re los­ren­nen. Al­lein durch Nach­ah­mung – also fast aus dem Nichts – kön­nen höchst ir­ra­tio­na­le Dy­na­mi­ken ent­ste­hen. Wer cool bleibt, sam­melt erst ein­mal selbst In­for­ma­tio­nen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2020.