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AMAZON Der Onlineshop wird mit minderwertigen und teils riskanten Produkten geflutet. Eine Gefahr für die Verbraucher – und den Techgiganten selbst.

Als Bri­an Fox, Va­ter von vier Kin­dern, sein Auto am 9. Ja­nu­ar 2016 in die Auf­fahrt der Fa­mi­li­en­vil­la steu­er­te, fürch­te­te er das Schlimms­te. Der rote Back­stein­bau in Nash­ville stand lich­ter­loh in Flam­men, im Ober­ge­schoss hat­te das Feu­er zwei sei­ner Kin­der ein­ge­schlos­sen. Fox, so kann man es in Ge­richts­ak­ten nach­le­sen, ver­such­te ver­zwei­felt in das Haus ein­zu­drin­gen, um zu Mat­t­hew, da­mals 14 Jah­re, und Hai­ley, 16 Jah­re, vor­zu­drin­gen. Doch es gab kein Durch­kom­men. Feu­er und dich­ter Rauch über­all. Dann hör­te er, wie sei­ne Toch­ter an ein Fens­ter klopf­te, und lei­te­te erst sie, dann auch sei­nen Sohn an, aus dem Fens­ter zu sprin­gen. Die Kin­der ka­men mit Schnitt­wun­den und ver­stauch­ten Knö­cheln da­von. Glück ge­habt! Das Haus al­ler­dings brann­te kom­plett nie­der. Scha­den: 1,9 Mil­lio­nen Dol­lar.

Die Ur­sa­che des Feu­ers: ein Ein­kauf bei Ama­zon. Dort hat­ten die El­tern als Weih­nachts­ge­schenk für ih­ren Sohn ein Ho­ver­board, Typ Fi­tur­bo F1, für 274,79 Dol­lar ge­kauft. Ir­gend­wann hat­te das Spiel­ge­rät, eine Art Skate­board mit E-Mo­tor, plötz­lich zu bren­nen be­gon­nen. Doch als die Fa­mi­lie we­gen des Bran­des vor Ge­richt zog, stell­te sich bald her­aus: Mit dem Ama­zon-Pa­ket ver­hielt es sich ganz an­ders als ge­dacht.

Zwar hat­te Fox das Ho­ver­board bei Ama­zon ge­kauft und es kam auch im ver­trau­ten Ama­zon-Kar­ton. Doch Ama­zon, so tru­gen die An­wäl­te des US-Kon­zerns vor Ge­richt vor, habe prak­tisch nichts mit dem Ge­rät zu tun. Die El­tern hat­ten – ohne es zu mer­ken – bei ih­rem Ama­zon-Ein­kauf ei­nen Kauf­ver­trag mit ei­nem chi­ne­si­schen Pro­du­zen­ten ab­ge­schlos­sen. Und der hat­te zwar mit den ge­fähr­li­chen Ho­ver­boards ei­nen Mil­lio­nen­um­satz ge­macht, aber war schon ab­ge­taucht.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2020.