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TIK ... TOK ... BOOM!

BYTEDANCE Die chinesische App TikTok ist weltweit ein Riesenerfolg. Das Unternehmen dahinter soll jetzt zu einer Megaplattform werden – und das ohne westliche Kontrolle.

KA­LI­FOR­NI­SCHE KOM­MU­NE Um ihre Tik­Tok-Fol­lo­wer un­ab­läs­sig mit schnel­len Vi­de­os zu ver­sor­gen, sind jun­ge In­flu­en­cer ei­gens in eine Vil­la in Los An­ge­les ge­zo­gen: das Hype Hou­se

Zhang Yiming (36) ist ein ge­heim­nis­vol­ler Mann. Ei­ner, der sein Ver­mö­gen in ge­ra­de ein­mal acht Jah­ren von null auf 16 Mil­li­ar­den Dol­lar ka­ta­pul­tiert hat. Er klei­det sich un­auf­fäl­lig und hält sich im Hin­ter­grund. Die liebs­te Be­schäf­ti­gung des Pro­gram­mie­rers, so heißt es, sei das Ar­bei­ten. Und das wie eine Ma­schi­ne. Tritt der Grün­der des Pe­kin­ger Er­folgs­un­ter­neh­mens Byte­Dance dann doch ein­mal öf­fent­lich auf, ver­sprüht er me­di­ta­ti­ve Ge­las­sen­heit, pre­digt Aus­dau­er: „Wer ge­dul­dig ist, wird Er­geb­nis­se se­hen“, so Zhangs Cre­do.

Die Pro­duk­te al­ler­dings, die Zhang Yiming so er­folg­reich ge­macht ha­ben, set­zen auf das kras­se Ge­gen­teil: Sti­mu­lus im Se­kun­den­takt. Er ent­wi­ckelt Apps voll rei­ße­ri­scher News-Head­lines oder schnel­ler Vi­de­os; das Gan­ze op­ti­miert mit künst­li­cher In­tel­li­genz (KI), um die Nut­zer an­zu­fi­xen und mög­lichst lan­ge am Smart­pho­ne zu hal­ten.

In dem Kos­mos so­zia­ler Netz­wer­ke, der schon ei­ni­ge Jah­re kei­ne Re­vo­lu­tio­nen mehr er­lebt hat­te, ist Zhang Au­ßer­ge­wöhn­li­ches ge­lun­gen: Durch die ge­schick­te Be­set­zung von Pro­dukt­ni­schen, ge­paart mit al­go­rith­mus­ge­steu­er­tem Sucht­fak­tor, hat der Vor­stands­chef von Byte­Dance nicht nur in Chi­na ein boo­men­des App­kon­glo­me­rat mit ge­schätz­ten 18 Mil­li­ar­den Dol­lar Jah­res­um­satz (2019) auf­ge­baut. Als ers­ter chi­ne­si­scher Un­ter­neh­mer hat er rund um den Glo­bus ei­nen im­men­sen Hype für sein be­kann­tes­tes Pro­dukt los­ge­tre­ten, die So­ci­al-Me­dia-App Tik­Tok: eine Büh­ne für auf­ge­reg­te Kurz­vi­de­os mit viel Mu­sik und vie­len Tee­nies. Mehr als 1,5 Mil­li­ar­den Mal wur­de die App seit dem Start vor rund drei Jah­ren her­un­ter­ge­la­den. Wett­be­wer­ber wie Face­book, Ins­ta­gram und YouTube ha­ben den jun­gen Nut­zern der­zeit nichts Ver­gleich­ba­res an­zu­bie­ten.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2020.