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WIRTSCHAFTSPOLITIK Die Grünen bauen sich ein Netzwerk in Deutschlands Spitzenwirtschaft auf – und bereiten sich so auf die Machtübernahme im Bund vor.

EIN­FLÜSTE­RIN Grü­nen-Che­fin An­na­le­na Ba­er­bock mit Sie­mens-Boss Joe Ka­e­ser. Die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Kat­rin Gö­ring-Eckardt passt auf.

Joe Ka­e­ser weiß mal wie­der, was die Leu­te hö­ren wol­len. Auf dem Wirt­schafts­kon­gress der grü­nen Bun­des­tags­frak­ti­on Ende Fe­bru­ar steht der Sie­mens-Chef (62) auf der Büh­ne des frü­he­ren Kos­mos-Ki­nos in Ber­lin-Fried­richs­hain und über­nimmt der­art vie­le Öko­for­de­run­gen, dass ihm am Ende gar die Grü­nen-Mit­glied­schaft an­ge­tra­gen wird. So­weit be­kannt, hat er sie bis­her nicht an­ge­nom­men.

Nur ei­nes ir­ri­tiert Ka­e­ser: War­um re­den hier alle über Lö­sun­gen für die Stahl­in­dus­trie? Er emp­feh­le wirk­lich, mal bit­te zu schau­en, wo der Wohl­stand her­kom­me, er­klärt er der grü­nen Front­frau An­na­le­na Ba­er­bock (39): Bis zu 2,5 Mil­lio­nen deut­sche Jobs hin­gen am Auto, nur gut 50.000 am Stahl. Grü­ner Um­bau brau­che Prio­ri­tä­ten, wie in der Not­fall­me­di­zin sei zu tun, was mög­lichst vie­le ret­tet – „auch wenn not­falls ei­ner ver­lo­ren geht“. Man kön­ne doch schon mal weit in die Zu­kunft bli­cken: Das Po­ten­zi­al des Was­ser­stoffs, künst­li­che Treib­stof­fe ...

Ba­er­bock schwenkt so­fort wie­der auf „das Stahl­ding“ zu­rück: „Hier und heu­te“, be­harrt die Par­tei­che­fin, müss­ten die Grü­nen be­reits zei­gen, dass die Kli­ma­neu­tra­li­tät auch Stand­or­te si­che­re. Wenn das schei­te­re, „ha­ben wir ein rie­sen­gro­ßes Pro­blem mit ge­sell­schaft­li­cher Ak­zep­tanz“.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2020.