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KETTEN-REAKTION

LIEFERKETTEN Das Corona-Virus deckt die Verwundbarkeit der Unternehmen auf. Und läutet damit eine neue Phase der Globalisierung ein.

RÄUM­UNGS­VER­KAUF So leer wie An­fang März in die­sem Su­per­markt in New York könn­te es bald auch in den La­gern vie­ler deut­scher Un­ter­neh­men aus­se­hen

Als ein wich­ti­ger Lie­fe­rant aus­fiel und so Tei­le sei­ner Pro­duk­ti­on be­droh­te, nahm Frank Hil­ler (53) ein Vi­deo auf und stell­te es auf YouTube. „Set­zen Sie die­sem Wahn­sinn ein Ende“, for­der­te der CEO des Köl­ner Mo­to­ren­bau­ers Deutz mit Gra­bes­mie­ne.

Der Herr über zu­letzt etwa 1,8 Mil­li­ar­den Euro Um­satz ver­such­te erst gar nicht, sei­ne Ver­zweif­lung zu ka­schie­ren. Ohne Mo­tor­blö­cke und Zy­lin­der­köp­fe vom Zu­lie­fe­rer Neue Hal­berg Guss (NHG) in Saar­brü­cken droh­te sei­nem SDax-Kon­zern Kurz­ar­beit. Bei NHG hat­te sich der Be­sit­zer, die Prevent-Grup­pe, mit den Ar­beit­neh­mern ver­kracht. Der wo­chen­lan­ge Streik kos­te­te Deutz Mil­lio­nen. Ein Dra­ma.

Und ein Glück. Denn dank je­ner Tage im Juli 2018 be­geg­net Hil­ler den öko­no­mi­schen Fol­gen des Co­ro­na-Vi­rus heu­te recht ge­las­sen. Ei­nen Kri­sen­stab für die Lie­fer­ket­ten hat er bis­lang nicht ein­ge­rich­tet. Seit da­mals näm­lich hat der CEO be­gon­nen, die Sup­p­ly Chain neu auf­zu­stel­len: „Wir ha­ben heu­te ein sehr gu­tes Früh­warn­sys­tem, stim­men uns eng ab mit Lie­fe­ran­ten und Kun­den. Und wir ha­ben für vie­le Kom­po­nen­ten wie­der min­des­tens zwei Lie­fe­ran­ten“, sagt er. Eine er­heb­li­che In­ves­ti­ti­on, aber: „Da­für ha­ben wir heu­te ein Si­cher­heits­pols­ter.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2020.