LEBEN

Das Leben des Marijn

FREIHEIT Marijn Dekkers hatte Bayer zum wertvollsten Konzern im Dax-Universum gemacht. Heute investiert er in kleine Firmen, um selbst etwas Großes aufzubauen. manager magazin hat ihn auf seiner Reise durch das Biotech-Valley von Boston begleitet.

SELBST IST DER FAH­RER Für Ma­ri­jn Dek­kers ist die Zeit der Chauf­feu­re ab­ge­lau­fen. Wenn er heu­te un­ter­wegs ist, nutzt er Uber oder in­stru­iert die Na­vi­ga­ti­ons­app auf sei­nem Han­dy, be­vor er Gas gibt.

Shan­tanu Gaur (33), Sohn in­di­scher El­tern und Ab­sol­vent der Har­vard Me­di­cal School, ist der Mann mit der Idee. Ihm ge­gen­über sitzt Ma­ri­jn Dek­kers (62), der den Le­ver­ku­se­ner Che­mie- und Phar­ma­gi­gan­ten Bay­er als CEO (2010–2016) zum wert­volls­ten Dax-Kon­zern mach­te und bis ver­gan­ge­nen No­vem­ber als Chair­man den bri­tisch-nie­der­län­di­schen Kon­sum­gü­ter­mul­ti Uni­le­ver führ­te. Er ist der Mann mit dem Geld.

Gaur und Dek­kers hal­ten die pro­jek­til­för­mi­ge Kunst­stoff­pil­le, die vor ih­nen auf dem Tisch liegt, für eine Wun­der­waf­fe im Kampf ge­gen Über­ge­wicht und Fett­lei­big­keit. Gut fünf Jah­re ver­gin­gen von der ers­ten Idee bis zum Pro­to­typ 2014. Noch ein­mal gut drei Jah­re spä­ter stieß Dek­kers dazu. Bis­lang hat er sechs Mil­lio­nen Dol­lar in Gaurs Start-up All­u­ri­on ge­steckt. Heu­te ist er hier, um nach­zu­schau­en, wie es sei­nem Geld er­geht.

„Das Prin­zip“, sagt Gaur, „ist denk­bar ein­fach.“ Eine Schluck­be­we­gung, und die Pil­le, die in Wahr­heit ein eng zu­sam­men­ge­fal­te­ter Bal­lon ist, wan­dert durch die Spei­se­röh­re in den Ma­gen. An­schlie­ßend pum­pen Ärzte das Teil über den Ka­the­ter mit Flüs­sig­keit auf. Ein etwa faust­gro­ßer, el­lip­sen­för­mi­ger Was­ser­ball gau­kelt den Pa­ti­en­ten da­nach ein dau­er­haf­tes Ge­fühl der Sät­ti­gung vor. Sie es­sen we­ni­ger und ver­lie­ren Ge­wicht, an­geb­lich rund 15 Kilo in­ner­halb von 16 Wo­chen. Nach vier Mo­na­ten löst sich der All­u­ri­on-Bal­lon von al­lein auf und ver­schwin­det spur­los aus dem Kör­per.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2020.