EDITORIAL

Helden im Homeoffice

MAR­TIN NOÉ Chef­re­dak­teur

ALS DEUTSCH­LAND MIT­TE MÄRZ in Zwangs­pau­se ging, als vie­le Bän­der stopp­ten und die Be­schäf­tig­ten nach Hau­se fuh­ren, schwärm­te ein Dut­zend Re­dak­teu­re von ma­na­ger ma­ga­zin – te­le­fo­nisch – aus. Ihr Ziel: das Un­ge­se­he­ne und Un­er­hör­te der kom­men­den Wo­chen aus der Per­spek­ti­ve von Vor­stän­den, Un­ter­neh­mern und an­de­ren Wirt­schafts­grö­ßen zu er­fas­sen. Wir woll­ten wis­sen, wie die Leit­fi­gu­ren der Wirt­schaft durch die Co­ro­na-Kri­se füh­ren, wäh­rend sie, wie die meis­ten von uns, in ihre Ho­me­of­fices ab­tauch­ten oder ver­ein­zelt in ih­ren Eck­bü­ros sa­ßen. 15 Pro­mi­nen­te mach­ten mit bei die­sem Pro­jekt, das wir „Ta­ge­buch der Bos­se“ ge­nannt ha­ben, auch wenn es auf bald 100 Te­le­fo­na­ten und Dut­zen­den Vi­deochats fußt und nicht auf No­ta­ten der Prot­ago­nis­ten. Un­ter den Ge­sprächs­part­nern sind zwei Chefs von Dax-Kon­zer­nen, der IG-Me­tall-Vor­sit­zen­de Jörg Hof­mann, die Che­fin des Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mens Trumpf, Ni­co­la Lei­bin­ger-Kam­mül­ler, aber auch Fe­lix Hu­feld, Prä­si­dent der Bun­des­an­stalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht, oder Deutsch­lands wich­tigs­ter Es­sen­aus­lie­fe­rer, Jörg Ger­big von Lie­fe­ran­do. Wir er­zäh­len in die­ser Aus­ga­be, wie vie­le von ih­nen (aber nicht alle) die Kraft des Vi­rus an­fangs un­ter­schätz­ten, wel­chen Irr­tü­mern sie un­ter­la­gen und wel­che Ret­tungs­ta­ten ih­nen ge­lan­gen. Auch Zwei­fel und Ängs­te, die Leit­fi­gu­ren sonst gern ver­schwei­gen, wer­den of­fen­bar.

ENT­STAN­DEN IST EIN DURCH­AUS REPRÄSEN­TA­TI­VES BILD der deut­schen Wirt­schaft und ih­res Um­gangs mit die­sem Er­eig­nis ohne Vor­bild. Dar­aus las­sen sich Schlüs­se zie­hen.

Ers­tens: Bei al­lem Streit im Hin­ter­grund – das Zu­sam­men­spiel zwi­schen Po­li­tik und Wirt­schaft funk­tio­niert gut. Nur so war es mög­lich, dass die Ret­tungs­schir­me schnell auf­ge­spannt wer­den konn­ten. Vie­le un­se­rer Ti­tel­hel­den wa­ren dar­an be­tei­ligt, sei es bei der Lo­cke­rung der Kre­dit­re­geln für die Ban­ken oder beim Kurz­ar­bei­ter­geld. Und Fre­se­ni­us-Vor­mann Ste­phan Sturm half sehr kon­kret mit, dass die In­ten­siv­sta­tio­nen den An­sturm von Kran­ken be­wäl­tig­ten und ge­nug Nar­ko­se­mit­tel ver­füg­bar wa­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2020.