UNTERNEHMEN

Einhornochse

SOFTBANK Masayoshi Son verliert die größte Techwette der Welt – und kämpft um das Überleben seines Imperiums. Damit endet für Start-ups das Zeitalter des leichten Geldes.

SCHUL­DENKÖNIG Soft­bank-CEO Ma­sayo­shi Son hat sein Ge­schäft auf ho­hen Schul­den und spek­ta­ku­lä­ren Be­wer­tun­gen auf­ge­baut. Das rächt sich nun.

Die An­sa­ge kam per Vi­deo. Im ver­gan­ge­nen No­vem­ber wand­te sich Soft­Bank-Chef Ma­sayo­shi Son (62), der welt­größ­te Start-up-Fi­nan­zier, an Füh­rungs­kräf­te aus über 50 Port­fo­li­oun­ter­neh­men, die er im ka­li­for­ni­schen Küs­ten­ort Half Moon Bay ver­sam­melt hat­te. „Die Welt hat sich ver­än­dert“, er­klär­te „Masa“, wie sich Son gern nen­nen lässt. Um­satz­wachs­tum? Nutz­er­zu­wachs? Sei­en ab so­fort zu ver­nach­läs­si­gen, ver­kün­de­te Son. „Ver­gesst den Hype.“ Ab so­fort kom­me es nur noch auf eins an: Cash­flow.

Bis da­hin hat­te Son das ge­naue Ge­gen­teil ge­pre­digt. Soft­Banks Stra­te­gie: Wachs­tum ohne Rück­sicht auf fi­nan­zi­el­le Ver­lus­te. Haupt­sa­che Markt­füh­rer­schaft. „Wir wur­den an­fangs im­mer wie­der ge­pusht, mehr für Wachs­tum aus­zu­ge­ben“, er­in­nert sich Jo­han­nes Reck (35), Vor­stands­chef des Ber­li­ner An­bie­ters für Tou­ris­ten­tou­ren Ge­tYour­Gui­de. Reck wei­ger­te sich, ob­wohl Soft­Banks Fonds und an­de­re In­ves­to­ren im ver­gan­ge­nen Früh­jahr fast 500 Mil­lio­nen Dol­lar in­ves­tiert hat­ten. „In­zwi­schen gel­ten wir als leuch­ten­des Vor­bild.“

Sons Bot­schaft mar­kiert das Ende ei­nes Zeit­al­ters, in dem es für Start-ups nur nach oben zu ge­hen schien: Die Be­wer­tun­gen der In­ves­to­ren wur­den im­mer groß­zü­gi­ger, die Fi­nan­zie­rungs­run­den im­mer üp­pi­ger. Zu­letzt flos­sen welt­weit so vie­le Mil­li­ar­den wie noch nie zu­vor in ver­meint­lich auf­stre­ben­de Di­gi­tal­un­ter­neh­men.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2020.