UNTERNEHMEN

Out of München

MCM Aufstieg, Rausch, Absturz – dank einer eigensinnigen Südkoreanerin feiert der einstige Liebling der Münchener Schickeria jetzt seine Wiederauferstehung.

Eric Er­hardt (52) ist an den Ort zu­rück­ge­kehrt, an dem al­les be­gann, und wippt in sei­nen oran­ge­far­be­nen Turn­schu­hen von ei­nem Fuß auf den an­de­ren. Es ist gleich ein dop­pel­tes Wun­der, dass er, Eu­ro­pa­Chef der Mo­de­mar­ke MCM, hier auf dem di­cken blau­en Tep­pich zwi­schen Stahl­ket­ten, Ve­lour­s­ho­ckern und mas­si­ven Re­ga­len aus Ple­xi­glas steht.

Weil sich An­fang März Co­ro­na durch die Wirt­schaft frisst und eine Rei­se nach der an­de­ren ab­ge­sagt wird. Vor al­lem aber, weil Er­hardt in Mün­chen lan­ge so et­was wie ein Un­be­rühr­ba­rer war. Zu­vor hat­ten er und sei­ne Mit­strei­ter zehn Jah­re lang auf der Ma­xi­mi­li­an­stra­ße ver­geb­lich nach ei­nem gu­ten Platz für ei­nen La­den ge­sucht. Im Herbst dann konn­te er end­lich sei­ne Bou­tique auf der No­bel­mei­le er­öff­nen. Für die Jün­ge­ren ver­sucht sich hier ein New­co­mer, den Älte­ren muss es vor­kom­men, als habe die Mar­ke 30 Jah­re Pau­se ge­macht.

Denn in den 80er Jah­ren ge­hör­te der Ta­schen­her­stel­ler zu Mün­chen wie Baby Schim­mer­los aus der Kult­se­rie „Kir Roy­al“. MCM galt als deut­sche Ant­wort auf Lou­is Vuit­ton, avan­cier­te zum Ac­ces­soire von Hol­ly­wood­stars wie Mi­cha­el Dou­glas und wur­de zum Sta­tus­sym­bol der Mün­che­ner Schi­cke­ria. Doch dann über­riss es der In­ha­ber Mi­cha­el Cro­mer, er hin­ter­zog Steu­ern, flüch­te­te in die Schweiz – und das um Lor­be­er­zwei­ge dra­pier­te Akro­nym, das auf na­he­zu al­len Pro­duk­ten prangt, ver­kam zur Lach­num­mer. Aus Mo­dern Crea­ti­on Mün­chen wur­de im Volks­mund Mu­schi Club Mün­chen. Das Ende schien be­sie­gelt.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2020.