TRENDS

Die neue Deutschland AG

RETTUNGSPOLITIK Mit seinem Superfonds kann sich der Staat künftig an großen und wichtigen Unternehmen beteiligen. Nun tobt der Kampf, wie die Politik in Zukunft ihre neue Macht in Deutschlands Schlüsselbranchen ausspielen soll.

AD­LER STATT KRA­NICH We­gen der Co­ro­na-Kri­se schickt sich der Bund an, bei Kon­zer­nen wie der Luft­han­sa ein­zu­stei­gen

Es war schon spät in der Nacht an je­nem Sonn­tag, den 22. März, als Ralph Brink­haus (51) ei­nen letz­ten Ver­such un­ter­nahm, die Selbst­er­mäch­ti­gung des Staa­tes in der Co­ro­na-Kri­se zu be­gren­zen. Der Frak­ti­ons­chef der CDU im Bun­des­tag ging Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (61; SPD) fron­tal an, es wur­de ziem­lich laut in der Te­le­fon­schal­te. Ein mil­li­ar­den­schwe­rer Fonds, da­mit sich der Bund an Un­ter­neh­men be­tei­li­gen kann, um sie zu ret­ten und so­gar stra­te­gi­sche In­dus­trie­po­li­tik zu be­trei­ben? Nein, das gehe zu weit, wet­ter­te der sonst eher be­son­ne­ne Brink­haus.

Brink­haus prall­te an Scholz und sei­nem Par­tei­freund, Wirt­schafts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er (61), ab wie ein Flum­mi von der Wand. Der Wirt­schafts­sta­bi­li­sie­rungs­fonds (WSF) ward be­schlos­sen, am nächs­ten Mor­gen vom Ka­bi­nett be­stä­tigt und nur Tage spä­ter von Bun­des­tag und Bun­des­rat ver­ab­schie­det. Auch die CDU stimm­te zu.

Mit ins­ge­samt 600 Mil­li­ar­den Euro kann der Staat nun wich­ti­gen Un­ter­neh­men zu Hil­fe ei­len, mit Bürg­schaf­ten, Dar­le­hen – und ex­pli­zit auch durch di­rek­te Be­tei­li­gun­gen. Die Mil­li­ar­den sol­len so­gar dann flie­ßen dür­fen, wenn ein un­lieb­sa­mer aus­län­di­scher In­ves­tor nach ei­ner hei­mi­schen Schlüs­sel­fir­ma greift. Wal­ter Sinn, Deutsch­land-Chef der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung Bain, er­war­tet da­her, dass sich der Bund „in den nächs­ten Mo­na­ten an meh­re­ren Hun­dert Un­ter­neh­men“ be­tei­li­gen wird.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2020.