FÜHRUNGSZEUGNIS

Was Deutschland besser machen kann

Unser Kolumnist verfolgte die Corona-Pandemie vom Krankenbett aus – und gewann ein paar überraschende Einsichten.
Von Thomas Sattelberger

Als ei­ner der ers­ten in­fi­zier­ten – und glück­lich ge­ne­se­nen – Par­la­men­ta­ri­er im Bun­des­tag habe ich das Ge­sund­heits­sys­tem haut­nah er­lebt. Die­ser Ap­pa­rat, auch mein Ge­sund­heits­amt, hat viel zu lan­ge ge­braucht, um an­zu­sprin­gen. Ärzte und Pfle­ger füh­len sich wie Ka­no­nen­fut­ter für das Vi­rus, auch man­gels Schutz­klei­dung und Mas­ken sind sie zu Tau­sen­den in­fi­ziert. Und wir fei­er­ten Kar­ne­val und Stark­bier­fes­te, als Ita­li­en schon lo­der­te.

Wohl­stand, Rech­te, Men­schen­le­ben: Wir ste­hen in­mit­ten ethi­scher Di­lem­ma­ta. Wer ei­nen sei­ner Liebs­ten durch das Vi­rus ver­liert, wird es der Ge­sell­schaft nicht ver­zei­hen, wenn nicht al­les ge­tan wur­de, um Le­ben zu ret­ten. Wer auf den Rui­nen sei­ner öko­no­mi­schen Exis­tenz sitzt, wird sein Op­fer nicht ver­ste­hen.

WE­DER EPI­DE­MIO­LO­GEN NOCH ÖKO­NO­MEN oder Ethi­ker kön­nen aus ih­ren Si­los her­aus die­sen Zwie­spalt the­ma­ti­sie­ren. Sie früh zu­sam­men­zu­brin­gen als Be­ra­ter der Bun­des­re­gie­rung hät­te ge­hol­fen – und wird im­mer wich­ti­ger. Wie ge­lingt nach dem spä­ten, aber dras­ti­schen Shut­down ein kon­trol­lier­tes Öff­nen der Tore? Das ist nun die Fra­ge, die uns alle Mit­te April be­wegt. Vier gro­ße Li­ni­en müs­sen wir über­ein­an­der­brin­gen. Ers­tens: die Ge­sund­heit der Men­schen. Zwei­tens: das Über­le­ben un­se­rer Wirt­schaft. Drit­tens: die mensch­li­chen Be­dürf­nis­se nach So­zi­al­kon­tak­ten, sie bil­den auch Ven­ti­le für dys­funk­tio­na­le Fa­mi­li­en. Nicht zu­letzt: „Big Health“ trifft „Big Data“. Bür­ger­rech­te sind auch in der Kri­se kein Lu­xus.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2020.