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SZENARIEN Zur Auswahl stehen: eine langsame Erholung oder ein zäher, langer Abschwung. Welche Investments trotz der Unsicherheit das Anlegerkapital sichern.

GLAT­TES PAR­KETT Wenn es so ein­fach wäre: Rei­ni­gungs­kräf­te des­in­fi­zie­ren die US-Bör­se NYSE

Dani­el Fuss (86) fläzt sich An­fang April in den Ses­sel in sei­nem Haus auf der Halb­in­sel Cape Cod. Das Co­ro­na­vi­rus hat auch den Vice Chair­man des An­lei­he­spe­zia­lis­ten Loo­mis Say­les ins Ho­me­of­fice ge­zwun­gen; sonst fährt er noch im­mer nach Bos­ton in sein Büro, an je­dem Werk­tag, seit 1976.

Am Bond­markt ist der En­kel ei­nes baye­ri­schen Aus­wan­de­rers eine Le­gen­de: Der frü­he­re Pim­co-Chef Mo­ha­med El-Eri­an (61), heu­te bei der Al­li­anz, be­zeich­ne­te ihn als „War­ren Buf­fett der An­lei­hen“. Wer 1991 sei­nem frisch ge­star­te­ten Loo­mis Say­les Bond Fund 10.000 Dol­lar an­ver­trau­te, be­sitzt heu­te An­tei­le im Wert von fast 100.000 Dol­lar. Trotz der seit Jah­ren nied­ri­gen Zin­sen schaff­te er im Schnitt gut 8 Pro­zent Ren­di­te pro Jahr, dop­pelt so viel wie der Ver­gleichs­in­dex.

Co­vid-19 ist nicht die ers­te schwe­re Pan­de­mie, die Fuss – auf­ge­wach­sen un­ter Deutsch­stäm­mi­gen in der Stadt Mil­wau­kee im Agrar­staat Wis­con­sin – er­lebt: Als er 1958 nach drei Jah­ren die Navy ver­ließ und sei­nen ers­ten zi­vi­len Job such­te, for­der­te eine aus Asi­en ein­ge­schlepp­te Vo­gel­grip­pe in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten 116.000 Men­schen­le­ben. „Die Pan­de­mie traf die In­dus­trie sehr hart“, er­in­nert er sich. Im ers­ten Quar­tal je­nes Jah­res brach die US-Wirt­schafts­leis­tung um 10 Pro­zent ein. „Es war der schwers­te Wirt­schafts­ein­bruch seit dem Zwei­ten Welt­krieg“, sagt Fuss, „bis jetzt.“ Die meis­ten Schät­zun­gen ge­hen von ei­nem Mi­nus zwi­schen 15 und 30 Pro­zent für die Mo­na­te März, April und viel­leicht auch Mai aus. Fus­s' Er­fah­rung von 1958 ver­heißt nichts Gu­tes. Da­mals ging es mehr als fünf Jah­re lang ab­wärts. „Die Fol­gen der Pan­de­mie fra­ßen sich durch die Wirt­schaft, aber das da­mals war nichts ver­gli­chen mit heu­te.“ Der­zeit schät­zen selbst die Op­ti­mis­ten, dass es min­des­tens zwei Jah­re dau­ern wird, bis die Welt­wirt­schaft ihr Ni­veau von Ende 2019 wie­der er­reicht. Fuss ist skep­tisch. Es wäre schon gut, sagt er, wenn es in den nächs­ten Jah­ren über­haupt wie­der eine lang­sa­me, ste­ti­ge Er­ho­lung wie da­mals gebe. „Schau­en Sie sich Sin­ga­pur an, die jetzt Schu­len und Un­ter­neh­men schlie­ßen müs­sen, ob­wohl sie vor­bild­lich mit der Kri­se um­ge­gan­gen sind.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2020.