GELDANLAGE FÜR KOPFMENSCHEN

Staatlich garantierte Gewinne

Die Ratingagentur Moody's zählt zur Kategorie der Krisenprofiteure.

F ür Zei­ten wie die­se gibt es eine ei­ser­ne Grund­re­gel: Es ist bes­ser, die Ak­tie ei­ner gu­ten Fir­ma zu ei­nem ak­zep­ta­blen Preis zu kau­fen, als die Ak­tie ei­ner ak­zep­ta­blen Fir­ma zu ei­nem gu­ten Preis. Schwie­ri­ge Märk­te bie­ten stets Ge­le­gen­hei­ten, Fir­men mit hoch­wer­ti­gen Ge­schäfts­mo­del­len zu ak­zep­ta­blen Prei­sen zu kau­fen. Bil­lig wer­den sol­che Ti­tel prak­tisch nie. Die Ra­ting­agen­tur Moo­dy's ist ein sol­ches Qua­li­täts­in­vest­ment.

60 Pro­zent des Um­sat­zes er­wirt­schaf­tet der Kon­zern mit der Ver­ga­be von Bo­ni­täts­no­ten für An­lei­hen, 40 Pro­zent über den Ver­kauf von Ana­ly­se­dienst­leis­tun­gen. Zu­sam­men mit Stan­dard & Po­or's und Fitch kon­trol­liert Moo­dy's rund 95 Pro­zent des Mark­tes. Es ist ein staat­lich ga­ran­tier­tes Oli­go­pol. Die US-Fi­nanz­auf­sicht SEC be­stimmt, wel­che Agen­tu­ren ak­zep­tiert wer­den. Das Re­sul­tat sind ope­ra­ti­ve Mar­gen von 41 Pro­zent.

Der jüngs­te Kurs­sturz hat nichts mit dem Ge­schäfts­mo­dell zu tun. Fonds­ma­na­ger ver­kau­fen der­zeit auch Qua­li­täts­ak­ti­en, um ihre Li­qui­di­tät zu si­chern. Eine Ra­ting­agen­tur muss kei­ne Fa­bri­ken schlie­ßen, ist nicht von ver­ängs­tig­ten Kon­su­men­ten ab­hän­gig und hat auch kei­ne vi­rus­an­fäl­li­gen Lie­fer­ket­ten. Ana­ly­sie­ren und be­wer­ten kön­nen die 11.000 Mit­ar­bei­ter auch im Ho­me­of­fice.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2020.