WIRTSCHAFTSKULTUR

Endzeit-Sirene

US-Autor Ross Douthat seziert die Sklerose des Westens.

VIEL LÄRM We­Work-Grün­der Adam Neu­mann steht für eine Tech­sze­ne, der es an ech­ten In­no­va­tio­nen fehlt

Ross Dout­hat, Har­vard-Alum­nus, Spross ei­ner Fa­mi­lie von US-In­tel­lek­tu­el­len und Ko­lum­nist der „New York Times“, zählt zum kon­ser­va­ti­ven Spek­trum; er hat sich am Nie­der­gang des Ka­tho­li­zis­mus ab­ge­ar­bei­tet und ein Ma­ni­fest für die Er­neue­rung der Re­pu­bli­ka­ni­schen Par­tei ge­schrie­ben. In sei­nem neu­en Buch steht das noch grö­ße­re Gan­ze auf dem Spiel: die Zu­kunft des Wes­tens.

Dout­hat ist kein Tech­nik­geg­ner: Wie Si­li­con-Val­ley-Iko­ne Pe­ter Thiel be­klagt er, die Welt habe sich flie­gen­de Au­tos er­träumt und al­les, was sie be­kom­men habe, sei­en – in An­spie­lung auf Twit­ter – „140 Zei­chen“. Doch als Feuille­to­nist sucht er das Grund­le­gen­de im Sym­ptom. Die In­no­va­ti­ons­schwä­che und Dis­zi­plin­lo­sig­keit der Tech­sze­ne, do­ku­men­tiert an Ab­stür­zen wie dem des Fahr­ver­mitt­lers Uber, ist für ihn Aus­druck ei­ner all­ge­mei­nen Skle­ro­se der Ge­sell­schaft und ih­rer In­sti­tu­tio­nen, be­dingt vor al­lem durch den de­mo­gra­fi­schen Wan­del und eine ei­gen­süch­ti­ge Ober­schicht, die sich zu­neh­mend auf die Ver­tei­di­gung ih­rer Pri­vi­le­gi­en kon­zen­triert.

Der Ein­tritt ins Zeit­al­ter der De­ka­denz müs­se nicht böse en­den, dia­gnos­ti­ziert er: Auch das Rö­mi­sche Reich habe, ohne Krea­ti­vi­tät und Hoff­nung, noch 400 Jah­re durch­ge­hal­ten.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2020.