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Neue Heimat

THYSSENKRUPP Eine mögliche Staatsbeteiligung beim Stahl schreckt mögliche Bündnispartner.

SCHAT­TEN­WURF Das Sa­nie­rungs­kon­zept von Kon­zern­che­fin Mar­ti­na Merz braucht viel Geld und ei­nen Part­ner

Am Tag nach dem Sa­nie­rungs­be­schluss Mit­te Mai griff Thys­sen­krupp-Che­fin Mar­ti­na Merz (57) zum Te­le­fon. Sie er­klär­te Nord­rhein-West­fa­lens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ar­min La­schet (59; CDU) noch mal per­sön­lich die Plä­ne, mit de­nen sie ei­nen der tra­di­ti­ons­reichs­ten Kon­zer­ne des Lan­des ret­ten will. Der Auf­sichts­rat hat­te tags zu­vor zu­ge­stimmt; aber Merz wuss­te: Sie braucht auch po­li­ti­sche Un­ter­stüt­zung.

Schwie­rig wer­den könn­te das be­son­ders beim The­ma Stahl. Die Kern­spar­te ver­brennt Mil­li­ar­den; Merz will des­halb „kei­ne Denk­ver­bo­te“ mehr. Hei­mi­sche wie aus­län­di­sche Stahl­kon­zer­ne kä­men als Part­ner in­fra­ge. Selbst eine Ab­ga­be der Mehr­heit schließt Merz nicht aus. Dann hät­te Lan­des­va­ter La­schet nicht mehr die Hand drauf. Die Thys­sen­krupp-Hüt­ten sind die größ­ten Ar­beit­ge­ber in Nord­rhein-West­fa­len; 50 Jah­re nach der ers­ten Stahl­kri­se ar­bei­ten hier noch gut 20.000 Men­schen. Da­mit das trotz Co­ro­na so bleibt, hat der Be­wer­ber um den CDU-Vor­sitz – of­fen­bar ohne Ab­spra­che mit Thys­sen­krupp – das Stahl­ko­chen für sys­tem­re­le­vant er­klärt und eine „Agen­da Stahl“ ge­for­dert.

Für Vor­stands­che­fin Merz zeich­net sich also ein zä­hes Rin­gen ab. Mit der Po­li­tik. Mit Ge­werk­schaf­ten. Vor al­lem aber mit mög­li­chen in­dus­tri­el­len In­ter­es­sen­ten. Merz wird kaum den ra­schen Er­folg wie­der­ho­len kön­nen, der ihr beim Ver­kauf der Auf­zug­s­par­te an Fi­nanz­in­ves­to­ren ge­lang.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2020.