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Alibi-Sparen

DEUTSCHE BAHN Der Vorstand streicht bei einem Prestigeprojekt – und buhlt um neue Verträge.

KRI­SEN­OP­FER Fahr­zeu­ge von Cle­verS­hut­tle am Leip­zi­ger Haupt­bahn­hof

Wenn ei­ner et­was von Mil­li­ar­den­lü­cken ver­steht, dann Bahn-Boss Ri­chard Lutz (56). Die Co­ro­na-Kri­se hat sei­ne Fi­nan­zen jetzt fi­nal ge­sprengt. Bis 2024 feh­len min­des­tens elf Mil­li­ar­den Euro. Der Bund legt zwar groß­zü­gig nach, aber spa­ren muss Lutz doch. Nur wo? Die mäch­ti­ge Haus­ge­werk­schaft EVG hat klar­ge­stellt, dass bei der Stamm­be­leg­schaft nichts zu ho­len ist. Da nimmt sich Lutz ei­nen we­ni­ger wehr­haf­ten Kon­zern­teil vor: den Fahr­dienst Cle­verS­hut­tle.

Das Start-up (Bahn­an­teil: 76 Pro­zent) wird dras­tisch ver­klei­nert. Nur in zwei von sechs bis­lang be­dien­ten Städ­ten sol­len die E-Mo­bi­le wei­ter rol­len: in Leip­zig und Düs­sel­dorf. In Ber­lin, Dres­den, Kiel und Mün­chen hin­ge­gen ist Schluss, 850 von 1100 Jobs fal­len weg, heißt es in Kon­zern­krei­sen.

Schon vor Co­ro­na gab es im Bahn-Tower Zwei­fel an dem Ab­le­ger. Er ver­brann­te viel Geld, dem Ver­neh­men nach in­zwi­schen knapp 100 Mil­lio­nen Euro. Cle­vers­hut­tle-An­hän­ger ver­wei­sen auf Zei­chen der Bes­se­rung; Leip­zig mel­de­te ope­ra­tiv schwar­ze Zah­len. Auch steht der Fahr­dienst für Zu­kunft, an­ders als das meis­te an­de­re bei der Bahn. Die­se Te­chau­ra be­wahrt den Kost­gän­ger im­mer­hin vor dem To­tal-Aus. Der Vor­stand fürch­te­te of­fen­bar den Zorn von Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter An­dre­as Scheu­er (45; CSU). Als Cle­verS­hut­tle sich schon im Ok­to­ber we­gen über­mäch­ti­ger Kon­kur­renz aus Ham­burg, Frank­furt und Stutt­gart zu­rück­zog, kas­sier­te Lutz ei­nen Rüf­fel. Die Ent­schei­dung hät­te man vor­her ab­stim­men sol­len, be­kam er zu hö­ren.

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