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„Ich wusste nicht, worauf ich mich einlasse“

INTERVIEW Michael Diekmann formte die Allianz zur wichtigsten Finanzadresse der Republik. Hier erzählt der Aufsichtsratschef, wie zufällig er zu seinem ersten Job bei dem Versicherer kam und wie er jetzt schon seine dritte Karriere plant.

LE­BENS­SPU­REN Mi­cha­el Diek­mann (65) stammt aus ei­ner west­fä­li­schen Un­ter­neh­mer­fa­mi­lie. Die Bau­fir­ma sei­ner El­tern über­nimmt sein Zwil­lings­bru­der Chris­ti­an. Mit 33 fängt Diek­mann bei der Al­li­anz an. 2003 wird er Vor­stands­chef, 2017 Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rats.

MM Herr Diek­mann, selbst wenn es ei­ni­ge Jah­re her ist, kann sich bei­na­he je­der er­in­nern, was er ge­macht hat, als die Tür­me des World Tra­de Cen­ters ein­stürz­ten oder die US-In­vest­ment­bank Leh­man kol­la­bier­te. Wie war das bei Ih­nen im Fall von Co­ro­na?

MI­CHA­EL DIEK­MANN Den ei­nen Mo­ment gab es nicht, es pas­sier­te schlei­chend. An­fang März habe ich nach ei­ner Fre­se­ni­us-Auf­sichts­rats­sit­zung in Frank­furt auf mei­nen Rück­flug ge­war­tet. Es war ge­spens­tisch leer. Au­ßer ei­ni­gen Asia­ten in Mas­ken war nie­mand zu se­hen. Da habe ich be­grif­fen, dass sich ge­ra­de et­was gra­vie­rend än­dert. Ein paar Tage spä­ter hat mir mei­ne Frau ei­nen Flug nach Lon­don aus­ge­re­det, mein elf­jäh­ri­ger Sohn blieb zu Hau­se, statt zur Schu­le zu ge­hen. Dann starb ein gu­ter Freund von mir an Co­ro­na. Spä­tes­tens in die­sem Mo­ment kam die Bot­schaft an.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2020.