AUSFAHRT

Der Versöhner

Die Plug-in-Hybridvariante des Mercedes GLE ist groß und schwer, aber ökologisch korrekt.

Für den Fah­rer sind gro­ße SUVs das Glei­che wie zwei­stel­li­ge Mil­lio­nen­ver­gü­tun­gen für Top­ma­na­ger: ei­gent­lich eine schö­ne Sa­che, aber gar nicht gut fürs Image. Ra­di­ka­le Kli­ma­schüt­zer ha­ben die Fahr­zeug­gat­tung zum neu­en Hass­ob­jekt er­klärt, in man­chen groß­städ­ti­schen Vier­teln lässt man sich da­mit lie­ber nicht bli­cken. Mer­ce­des tritt nun mit ei­nem Plug-in-Hy­brid zur Ver­söh­nung an. Mit 4,90 Me­ter Län­ge ist der GLE 350 ein gro­ßer und breit­bei­ni­ger Bur­sche, aber mit üp­pi­ger Bat­te­rie und ei­nem Die­sel an Bord recht ver­brauchs­arm.

Die un­ge­wöhn­li­che Kom­bi­na­ti­on funk­tio­niert: In der Stadt kommt der Wa­gen mit voll­ge­la­de­ner 31-Ki­lo­watt­stun­den-Bat­te­rie mehr als 80 Ki­lo­me­ter weit, be­vor sich der Selbst­zün­der zu Wort mel­det. Auf der Au­to­bahn ver­braucht der Schwa­be selbst bei leer­ge­fah­re­nem Akku kei­ne acht Li­ter Die­sel auf 100 Ki­lo­me­ter, was in die­ser Fahr­zeug­klas­se als ent­halt­sam gel­ten darf.

Weil die gro­ße Bat­te­rie schwer ist, er­kauft sich der Wa­gen den Öko­an­spruch mit ei­nem ho­hen Fahr­zeug­ge­wicht von 2,7 Ton­nen. Das be­kom­men Fah­rer beim Brem­sen und in zü­gig ge­fah­re­nen Kur­ven zu spü­ren. Auf län­ge­ren Au­to­bahn­stre­cken spielt der Plug-in-Die­sel da­ge­gen sei­ne Trümp­fe aus: Die Na­vi­ga­ti­on funk­tio­niert eben­so her­vor­ra­gend wie die Sprach­steue­rung, auch eine An­zei­ge der lo­ka­len Sprit­prei­se ist zu se­hen. Die As­sis­tenz­sys­te­me ver­rich­ten ef­fek­tiv und un­auf­fäl­lig ihre Ar­beit, ein­zig die op­ti­sche Schil­der­er­ken­nung könn­te et­was ver­läss­li­cher sein.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2020.