EDITORIAL

Fatales Trio

MAR­TIN NOÉ Chef­re­dak­teur

ES GIBT IN DEUTSCH­LAND WIE IN ÖSTER­REICH vie­le Men­schen in der Wirt­schaft und auch in der Po­li­tik, die René Ben­ko (43) mit Arg­wohn be­trach­ten. Recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen säum­ten sei­nen Auf­stieg zu ei­nem der größ­ten Händ­ler und Im­mo­bi­li­en­be­sit­zer Eu­ro­pas. Zu­letzt er­höh­te sich die Tak­tung der Pro­jek­te und Über­nah­men sei­ner Si­gna Hol­ding der­art, als spie­le Ben­kos in­ne­res Me­tro­nom ver­rückt. Im­mer hö­her ging es hin­aus, sei es beim Ham-bur­ger Elb­to­wer oder beim Kauf des New Yor­ker Chrys­ler Buil­ding. Im­mer mehr an­ge­schla­ge­ne Un­ter­neh­men raff­te Ben­ko zu­sam­men – erst Kar­stadt, dann Kauf­hof, Rei­se­bü­ros von Tho­mas Cook und Lä­den von Sport­scheck ka­men hin­zu so­wie die Schwei­zer Wa­ren­haus­ket­te Glo­bus, und im Mai – mit­ten im Shut­down – kauf­te Ben­ko noch das welt­be­kann­te Ho­tel „Bau­er“ in Ve­ne­dig. Kann das wirk­lich gut ge­hen?

mm-Re­dak­teu­rin Mar­g­ret Hu­cko sprach mit vie­len In­si­dern beim Plei­te­un­ter­neh­men Ga­le­ria Kar­stadt Kauf­hof, mit füh­ren­den Ma­na­gern von Si­gna, aber auch et­li­chen In­ves­to­ren, die Ben­kos Auf­stieg über­haupt erst fi­nan­ziert ha­ben. Und sie führ­te, an der Sei­te von mm-Au­to­rin Ur­su­la Schwar­zer, ein In­ter­view mit ECE-Chef Alex­an­der Otto (52). Der größ­te Be­trei­ber von Ein­kaufs­zen­tren Eu­ro­pas, der auch et­li­che Kauf­hof- und Kar­stadt-Im­mo­bi­li­en be­her­bergt, will nun kaum noch in den sta­tio­nä­ren Han­del in­ves­tie­ren und ver­kün­det im ma­na­ger ma­ga­zin eine Stra­te­gie­än­de­rung.

Nach ih­ren Re­cher­chen war Hu­cko klar: „Vie­le von Ben­kos In­ves­ti­tio­nen in den Han­del ha­ben sich als Feh­ler er­wie­sen.“ Al­lein in das ma­ro­de Wa­ren­haus muss­te und muss sei­ne Si­gna Grup­pe rund eine Mil­li­ar­de Euro pum­pen. Und das zu ei­ner Zeit, in der auch sei­ne Im­mo­bi­li­en­grup­pe Er­trä­ge ver­liert. Noch al­ler­dings hält Ben­kos Fun­da­ment das aus: Sein Un­ter­neh­men wirkt so­li­de fi­nan­ziert, die Miet­aus­fäl­le hal­ten sich in be­herrsch­ba­ren Gren­zen, sei­ne In­ves­to­ren sind – nach an­fäng­li­cher Ner­vo­si­tät – be­ru­higt. Ben­kos Auf­stieg ist un­ter­bro­chen. Was er vor­hat, um ihn wie­der auf­zu­neh­men, le­sen Sie in un­se­rer Ti­tel­ge­schich­te „Si­gna(l)-Stö­rung“.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2020.