NAMEN UND NACHRICHTEN

Bellen und beißen

COMMERZBANK Der Hedgefonds Cerberus hofft im Machtkampf auf Hilfe von der Bundesregierung.

EX­KLU­SIV Die Com­merz­bank fin­det sich selbst spit­ze. Sonst aber fast nie­mand.

Das Te­le­fon­ge­spräch war schnei­dend kühl, und es war ein­sei­tig. Das Wort führ­ten die Cer­be­rus-Ma­na­gerFrank Bru­no (55) und Matt Za­mes (49). Für Ste­fan Schmitt­mann (63), Auf­sichts­rats­chef der Com­merz­bank, blieb nur die Zu­hö­rer­rol­le. Was er von Za­mes und Bru­no zu hö­ren be­kam, war eine ein­zi­ge Ab­rech­nung mit der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit der einst so stol­zen Bank: schlech­te Stra­te­gie, schlech­te Um­set­zung, schlech­tes Per­so­nal. Der Schmerz von Za­mes und Bru­no lässt sich auch in Zah­len aus­drü­cken. Ihr Ar­beit­ge­ber, der Hedge­fonds Cer­be­rus, hält seit Som­mer 2017 gut 5 Pro­zent der Com­merz­bank-An­tei­le – und hat seit­her, zu­min­dest auf dem Pa­pier, gut 400 Mil­lio­nen Euro ver­lo­ren.

Schmitt­mann hiel­ten die bei­den In­ves­to­ren Un­tä­tig­keit vor. Er habe den Vor­stand ein­fach eine Fehl­ent­schei­dung nach der an­de­ren tref­fen las­sen und sei des­halb ver­ant­wort­lich für die de­sas­trö­sen Er­geb­nis­se der Bank, sag­te Bru­no. Er for­der­te zwei ei­ge­ne Ver­trau­te im Auf­sichts­rat. Nach ei­ner knap­pen hal­ben Stun­de ver­ab­schie­de­ten sich Za­mes und er mit der An­kün­di­gung, al­les in ei­nem Brief zu­sam­men­zu­fas­sen und die­sen an alle Auf­sichts­rä­te zu ver­schi­cken.

Es war der ers­te Akt ei­ner At­ta­cke, wie ihn die deut­sche Ban­ken­bran­che bis­her nicht er­lebt hat. Das Ver­hält­nis zur Com­merz­bank ist so zer­rüt­tet, dass Cer­be­rus jetzt kom­plett auf­räu­men will. Erst sol­len neue Auf­sichts­rä­te mehr Ban­ken-Know-how und Dy­na­mik in das Gre­mi­um brin­gen, dann kom­me das Ma­nage­ment rund um den über­for­der­ten Vor­stands­chef Mar­tin Ziel­ke (57) an die Rei­he.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2020.